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Papierkram war gestern

Komplizierte Bedingungen und lange Verträge auf Papier. Versicherungen sind oft schwer durchschaubar. Junge, digitale Anbieter wollen das ändern und setzen auf einfache und kostengünstige Lösungen. Aber auch bei ihnen lohnt ein zweiter Blick.

© Alexander Limbach - Fotolia

Ganzheitliches, ökologisches Handeln hat für Raphael Fellmer oberste Priorität. Der Geschäftsführer von Sirplus setzt sich mit seinem Unternehmen gegen die Verschwendung von Lebensmitteln ein. Das Berliner Startup rettet überschüssige Lebensmittel aus Überproduktion, solche, die kurz vor oder nach dem Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums stehen oder nicht der Norm entsprechen, und verkauft sie über eigene Supermärkte und einen Onlineshop.

Das Prinzip der Nachhaltigkeit gilt aber auch für die betriebliche Altersversorgung (bAV) seiner Mitarbeiter. „Ich habe mich deswegen für den digitalen Versicherer Fibur entschieden.“ Fibur bietet ethisch, ökologisch und sozial verträgliche Versicherungen an, insbesondere im Bereich der Altersvorsorge. Die eingezahlten Beiträge werden in Projekte investiert, die den Standards von Fibur entsprechen. Investitionen in ethisch-ökologische No-Gos wie Atomstrom oder Rüstung werden ausgeschlossen. Darüber hinaus hebt Fellmer einen weiteren Vorteil des digitalen Versicherungsanbieters hervor: Abschluss und Beratung finden fast ausschließlich digital statt. „Wir sind dankbar über jeden Prozess, den wir papierlos hinbekommen“, sagt Fellmer. „Das passt zu unserer Philosophie der Enkeltauglichkeit, alles ökologischer und effizienter gestalten zu können.“

Vom Makler zum Versicherer

Fibur ist ein sogenanntes Insurtech, gemeint sind Startups, die Versicherungsdienstleistungen anbieten und sich dabei aller nur denkbaren Digitaltechnologien bedienen. Sie nutzen Künstliche Intelligenz (KI), Algorithmen und Big Data. Ihre Computerprogramme werten Daten aus und geben Empfehlungen für neue Produkte oder die Optimierung bestehender Versicherungen. Ihr Versprechen: günstigere und flexiblere Leistungen, sowohl für private wie auch für Unternehmenskunden, und eine einfachere Verwaltung diverser Versicherungen.

Der Boom begann vor wenigen Jahren mit der Gründung von Online-Maklern. Startups wie Knip, Getsafe und Clark brachten digitale Versicherungsordner auf den Markt. Mit ihnen sollen Kunden eine bessere Übersicht über ihre Policen bekommen und via Smartphone-App jederzeit darauf zugreifen können. Zugleich ist die Nutzung einer der Apps oft mit der Erteilung eines Maklermandats verbunden, über das die Fintechs Vorschläge für günstigere Alternativen unterbreiten. Einige Insurtechs, die ursprünglich nur als Makler fungierten, sind inzwischen aber auch selbst als Versicherer tätig, etwa Getsafe, das Produkte im Bereich Haftpflicht und Krankenzusatz anbietet. Die Risiken des Unternehmens trägt der Rückversicherer Munich Re. Auch das Berliner Startup Coya, das unter anderem Hausrat und Privathaftpflicht anbietet, hat im vergangenen Jahr die notwendige Lizenz von der Bafin erhalten.

Konkurrenz belebt das Geschäft

Für Versicherungskunden, private wie Unternehmen, wird dadurch das Leben leichter – und zwar unabhängig davon, ob sie den Service der Insurtechs überhaupt nutzen oder nicht. Denn vor allem beleben die neuen Versicherer den Wettbewerb. Sie stoßen Innovationen an, die längst auch die etablierten Versicherer beschäftigen. Dienstleistungen dürften sich verbessern, Preise könnten fallen – und es entstehen Versicherungsprodukte für Zielgruppen, die bisher keiner auf dem Zettel hatte.

Das Kölner Startup Mailo zum Beispiel versichert Blogger und Influencer gegen Risiken wie die Verletzungen von Urheber- und Markenrechten. Neben dieser speziellen Zielgruppe hat Mailo auch andere Selbstständige, Freelancer und Kleinunternehmer im Visier und bietet nach einem Baukastenprinzip Gewerbe- und Betriebshaftpflichtversicherungen an. Das Portfolio wächst stetig. Derzeit bietet das Insurtech rund 150 verschiedene Tarife an, darunter auch spezielle Policen für Online-Händler oder Unternehmensberater – und hat damit seine Nische gefunden. „Jungunternehmer fürchten in ihrem Berufsalltag heute eher eine Abmahnung oder einen Hackerangriff als einen Wasserschaden. Und da fehlt es zurzeit an den richtigen Angeboten im Markt. Mailo bedient mit seiner Lösung genau diese Lücke“, sagt Stephan Best, Leiter Vertrieb und Marketing bei Mailo.

Laut einer Studie der Unternehmensberatung Oliver Wyman und des Lebensversicherungs-Aufkäufers Policen Direkt sind heute 134 Insurtechs auf dem deutschen Versicherungsmarkt aktiv. Auch die Nutzerzahl der neuen Versicherer ist in den vergangenen Jahren deutlich gewachsen. Im Vergleich zu traditionellen Versicherern bleibt sie allerdings gering. So gehörte der deutsche Online-Makler Clark Mitte 2018 mit rund 100.000 Kunden zu den größten Insurtechs in Europa. Die Studienautoren verweisen auf aktuell 20 Insurtechs, deren Geschäftsmodell überdurchschnittlich erfolgreich ist. Ihr Erfolg liege in der strategischen Kooperation mit etablierten Versicherern, Vertriebsorganisationen und anderen Insurtechs. „Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung fortsetzen wird“, sagt Dietmar Kottmann, Partner und Versicherungsexperte bei Oliver Wyman. Zumal auch die etablierten Versicherer nicht untätig sind. „Fast alle Insurtechs auf unserem Radar sind im Kooperationsmodus und stehen im regen Austausch mit der etablierten Versicherungswirtschaft“, sagt Kottmann. Zugleich räumt er ein, dass es einige Insurtechs gebe, deren Geschäft sich nicht durchsetzen werde.

Versicherungen vergleichen

Das bedeutet für Kunden, bei der Auswahl genau hinzuschauen. „Bevor der schnelle Klick erfolgt, sollte sie feststellen, wohin dieser führt und ob das Gewünschte damit erreicht wird“, warnt Stephanie Heise von der Verbraucherzentrale NRW. Werde etwa einem Insurtech ein Maklermandat erteilt, könne dieses für den Kunden Versicherungsverträge ohne Rückfrage abschließen oder kündigen. Das hat weitreichende Folgen. „Will ein Unternehmer einen Abschluss über Insurtechs tätigen, sollte er auf jeden Fall vorher wissen, welchen Versicherungsschutz genau er benötigt und sich hinsichtlich der Besonderheiten seines Unternehmens im Klaren sein“, empfiehlt Heise. Ein Unternehmen, das mit giftigen Stoffen arbeitet, wird naturgemäß anders bewertet als eins, das Lebensmittel herstellt – und zwar im Bruchteil von Sekunden. Denn im Hintergrund der Plattformen der Tech-Versicherer errechnen und vergleichen Algorithmen blitzschnell mögliche Risiken, mögliche Tarife und sonstige Versicherungsoptionen.

Da die meisten Insurtechs noch nicht lange am Markt sind, ist ein Vergleich der Anbieter hinsichtlich ihrer Seriosität und ihres Kundenservices schwierig. Oft punkten sie mit günstigeren Beiträgen, weil sie eine schlankere Verwaltung haben. „Auch kann der schnellere Vertriebsweg vorteilhaft sein, wenn die erforderliche Versicherungsgestaltung klar ist“, sagt Heise. In der Regel sollten Interessierte parallel aber auch Angebote etablierter Versicherer einholen.

Ben Urbanke, der Gründer von Fibur hat inzwischen bewiesen, das seine Idee und sein Geschäftsmodell funktionieren. Mehr als 35.000 Menschen haben sich bereits für die digitale und nachhaltige Altersvorsorge entschieden.

Quelle: Creditreform.de


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