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Freiwillige vor

Die Zahl der Unternehmen, die ihr Personal während der Arbeitszeit für soziale Projekte freistellen, steigt. Davon profitieren nicht nur die Empfänger, sondern auch die Firmen selbst.

© Trueffelpix  - Fotolia

Die Stimmung unter den Kollegen war locker. Sandra Albertsen, Office Managerin bei der Berliner Unternehmensberatung T.A. Cook, die weltweit Kunden aus anlageintensiven Industrien berät, hatte das zunächst nicht erwartet. „Für eine Teilnahme unseres Teams an einem öffentlichen Blutspende-Termin des Deutschen Roten Kreuzes hatten wir Freiwillige gesucht. Und ich war positiv überrascht, dass der Zuspruch zu der Aktion so groß war“, sagt Albertsen. Die Befürchtung, dass die Angst vor Blut oder Nadeln unter Umständen zu einer verhaltenen Teilnahme führen würde, erwies sich als unbegründet. Zwölf Mitarbeiter, immerhin ein Fünftel der Belegschaft im Berliner Büro, erschienen mit bester Laune zur Blutspende beim Deutschen Roten Kreuz (DRK).

„Im Gespräch mit den DRK-Mitarbeitern stellte sich heraus, dass der Termin nicht stark besucht und unsere Teilnahme somit doppelt wertvoll war“, sagt Albertsen. Die Nachricht verstärkte das ohnehin positive Gefühl, gemeinsam mit den Kollegen jenseits der täglichen Büroarbeit einen kleinen Beitrag zum Gemeinwohl geleistet zu haben. Das verbindet und motiviert – und ist damit ein wesentliches Element von Corporate Volunteering, dem von Unternehmen geförderten Einsatz ihrer Mitarbeiter für soziale Zwecke während der Arbeitszeit.



Diese besondere Form des ehrenamtlichen Engagements lohnt sich auf vielen Ebenen und spielt bei einer wachsenden Zahl von Unternehmen eine wichtige Rolle. Laut einer Studie des CSR-Unternehmensnetzwerks UPJ aus dem März 2018 ist in den vergangenen Jahren bei mehr als der Hälfte der befragten Unternehmen die Anzahl der Mitarbeiter, die an Corporate-Volunteering-Aktivitäten teilnehmen, gestiegen (54,9 Prozent). Neben den Einrichtungen, die von der Hilfe profitieren, stärken Firmen durch die sinnstiftenden Aktionen den Zusammenhalt unter den Kollegen und beeinflussen damit maßgeblich deren Blick auf den eigenen Arbeitgeber. Bei T.A. Cook etwa ist die Blutspende keine Einzelaktion. Schon zum 20. Firmenjubiläum vor fünf Jahren widmete sich die Beratung mit der Aktion „20 Jahre, 20 gute Taten“ ebenso vielen wohltätigen Projekten. Nun wird die Aktion unter dem Titel „25 Good Deeds“ (25 gute Taten) wiederholt. Im Zuge dessen versorgen Kollegen am Standort im englischen Birmingham benachteiligte Mütter mit der Baby-Erstausstattung oder organisieren ein Abendessen in einer Tafel. In Berlin werden 20 Mitarbeiter einen Vormittag lang zu „Kehrenbürgern“ und befreien die Bürgersteige von Müll.

Der Wert von freiwilliger Arbeit

Thomas Cook, Chairman und Mitgründer von T.A. Cook, betont, dass es ihm beim Corporate Volunteering nicht darum gehe, den Mehrwert des Unternehmens zu steigern. Er möchte „an die Schwächeren etwas von dem großen Segen weitergeben, den wir über so viele Jahre erfahren haben“. Dabei ist ihm wichtig, dass die Mitarbeiter selbst Vorschläge machen und sich persönlich vor Ort einsetzen. „Das Wichtigste sind die Empfänger und gleich danach kommen die Mitarbeiter, für die derartige Einsätze häufig auch einen bleibenden Eindruck hinterlassen, zum Teil vielleicht sogar Einstellung und Wertekategorien beeinflussen.“ Insofern komme Corporate Volunteering über den Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit letztlich auch dem Unternehmen zugute.

„Ich finde es bemerkenswert, dass T.A. Cook soziales Engagement fördert. Das zeigt, dass der Mensch dem Arbeitgeber wichtig ist, und lässt auf eine gesunde Arbeitsumgebung schließen“, sagt Sandra Albertsen. Und sie betont: „Jede unserer 25 guten Taten wird durch die Menschen bewegt und, wenn überhaupt notwendig, durch Geld nur unterstützt.“ Auch ihre Kollegin Jessica Duffy, die in der Niederlassung in Birmingham arbeitet und gemeinsam mit Kollegen einen Tag lang die Arbeit des örtlichen Wildlife Trusts unterstützte, schätzt den Einsatz ihres Arbeitgebers. „Ich bin sehr stolz, für ein Unternehmen zu arbeiten, das ein solches Umfeld schafft und den Wert von freiwilliger Arbeit erkennt. Das stärkt nicht nur die Gesellschaft insgesamt, sondern auch die Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeiter.“ Beide Frauen betonen, dass ein solches Engagement sie „definitiv“ bei der Wahl ihres Arbeitgebers beeinflusse.

30 Millionen Ehrenamtliche

In Zeiten von Fachkräftemangel kann Corporate Volunteering also durchaus ein Mittel sein, aus der Masse der Arbeitgeber herauszustechen. „Es geht darum, in einer sich ändernden Welt als Arbeitgeber auch weiterhin attraktiv zu sein“, schreibt das unabhängige Analyse- und Beratungshaus Phineo in seinem Ratgeber für wirkungsvolles Corporate Volunteering in Unternehmen.  Das gilt umso mehr in einem Land wie Deutschland, in dem soziales Engagement traditionell eine große Rolle spielt. Mehr als 30 Millionen Deutsche sind in Vereinen, Stiftungen oder anderen Organisationen ehrenamtlich tätig. Um sie stärker zu unterstützen, hat die Bundesregierung im Juli die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt ins Leben gerufen. Deren wichtigste Botschaft: Freiwillige Hilfe trägt aktiv zur Sicherung der Daseinsvorsorge, zum Erhalt des Miteinanders und zur Lebensqualität bei.

Überschaubares Investment

Soziales Engagement während der Arbeitszeit ist keine Frage des Geldes oder abhängig von der Größe eines Unternehmens. „Corporate Volunteering ist für jedes Unternehmen aus jeder Branche machbar, egal ob klein, mittel oder groß. Mittelständische Unternehmen orientieren sich oft an regionalen Bedürfnissen, engagieren sich vor Ort, gern sogar in der eigenen Gemeinde“, sagt Stephanie Schweyer, die bei Phineo für den Bereich Beratung und Organisationsentwicklung zuständig ist. Die Ideen müssten zu den Zielen und den eigenen Ressourcen passen, aber nicht immer auch gleich viel kosten. Ähnlich sieht es Reinhard Lang, Geschäftsführer beim CSR-Unternehmensnetzwerk UPJ. „Es hängt davon ab, in welchem Umfang sich ein Unternehmen engagieren will. Bei größeren Aktionen kann es sinnvoll sein, mit einer Mittlerorganisation wie Freiwilligenagenturen oder Bürgerstiftungen zusammenzuarbeiten. Deren Dienstleistung muss ins Budget eingerechnet werden. Bei Hands-on-Aktionen wie etwa dem Streichen eines Klassenzimmers in der Gemeinde müssen dagegen lediglich die Materialkosten abgedeckt werden.“ Wie die Unternehmen mit der fehlenden Arbeitszeit umgingen, sei unterschiedlich. „Bei einigen müssen die Kollegen die verlorene Zeit nachholen, andere engagieren Ersatz. Deshalb kann man hier keine allgemeine Aussage über die Kosten treffen.“

Der Erfolg von Corporate Volunteering steht und fällt mit der Motivation der Mitarbeiter. Deshalb sollten Unternehmen einige Punkte beachten, sagt Lang. „Es ist wichtig, sie frühzeitig einzubinden und sie bei der Auswahl der Aktionen mitentscheiden zu lassen. Die Geschäftsleitung muss zeigen, dass sie das Engagement ernst nimmt. Es darf nicht der Eindruck entstehen, es handele sich um ein Event oder eine Art Betriebsausflug. Die Mitarbeiter sollten machbare Aufgaben bekommen, die sie zeitlich und inhaltlich bewältigen können, und der Erfolg sollte sichtbar sein.“ Wichtig für die Glaubwürdigkeit sei zudem, dass sich Führungskräfte an den sozialen Projekten beteiligen.

Der Stolz bleibt

Auch das Erkrather Unternehmen Timocom, ein mittelständischer IT- und Datenspezialist für Augmented Logistics und Anbieter des ersten Smart-Logistics-Systems für Europa, hat den Wert des Corporate Volunteerings für sich entdeckt. „Erstmalig haben wir uns im Jahr 2013 dafür entschieden. Anlässlich des Oderhochwassers haben unsere eigenen Lkw-Fahrer Hilfsgüter mit unserem damaligen Truck ins tschechische Ústí nad Labem gebracht. Vor Ort haben die Mitarbeiter unseres Außenbüros die Koordination mit den Behörden sowie das Entladen übernommen“, sagt Frank Winter, Director Human Resources Europe. „Das Unternehmen kümmert sich nicht nur durch zahlreiche Benefits wie Homeoffice und Eltern-Kind-Büros um die Belegschaft, sondern gibt uns durch Corporate-Volunteering-Aktionen auch die Möglichkeit, uns für die Gesellschaft an unserem Arbeitsort einzusetzen“, ergänzt Eventmanagerin Hanna Frese.

Beim „Aktionstag der Wirtschaft“ in Erkrath hat sie gemeinsam mit zehn Kolleginnen und Kollegen angepackt. Am 13. September halfen Mitarbeiter von mehr als 50 Unternehmen bereits zum siebten Mal auf Initiative des Wirtschaftskreises Erkrath, Projekte zu realisieren, die sich Kitas, Schulen und gemeinnützige Vereine und Institutionen zuvor gewünscht hatten. Frese und ihre Mitstreiter beteiligten sich an der kreativen Gestaltung eines Pausengangs einer örtlichen Schule und bauten den Zaun um einen Nutzgarten, der in Zukunft allen Bürgern Erkraths zur Bewirtschaftung offenstehen soll. „Das gibt uns allen ein gutes Gefühl, was auch am positiven Feedback zu Projekten wie dem „Aktionstag der Wirtschaft“ jedes Jahr wieder spürbar ist“, sagt Frese.

Quelle: Creditreform.de


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