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Mini-Business, Maxi-Wirkung: 6 Tipps fürs Kleingewerbe

Die „Selbstständigkeit nach Feierabend“ boomt. Doch für ein langfristig gesundes Nebenerwerbs-Business sollten Kleingewerbetreibende sich nicht zu sehr mit ihrer Größe herausreden.

unsplash.com ©KellySikkema

Deutschland, einig Kleingewerbeland. Egal wie die Zahlen der großen Gründungen auch lauten, Jahr für Jahr wird ein Vielfaches davon in einer Form gegründet, die §19 des Umsatzsteuergesetzes entspricht. Der Grund dafür ist bestechend einfach: Legales Arbeiten auf eigene Rechnung, ohne sich dazu jedoch in die Tiefen der Steuergesetzgebung und Buchführung begeben zu müssen, wie es bei einem „normalen“ Unternehmen der Fall ist.

Allerdings: Viele Kleingewerbetreibende gehen ihren Betrieb auch buchstäblich „klein“ an und verpassen somit die Chance, auf wirtschaftlich stabilen Füßen zu stehen. Wer es besser machen will, sollte die folgenden Tipps beherzigen.

Info: Die Begriffe Kleingewerbe und Kleinunternehmen werden häufig falsch-synonym verwendet. Für diesen Artikel meinen wir ungeachtet des exakten Begriffs den „originären Kleinunternehmer“, nach Umsatzsteuerrecht mit einem Jahresumsatz von höchstens 22.000 Euro. Nur in diesem Fall sind Kleinunternehmen und Kleingewerbe deckungsgleich.

1. Die Großen nicht ignorieren

Viele Kleinunternehmer handeln, als würden sie sich in einer abgeschotteten Welt befinden. Eine Welt, in der andere Regeln gelten als im großen Business. Tatsächlich stimmt das jedoch nicht, denn Gewerbe ist Gewerbe – ganz gleich ob man in seiner Freizeit handgeschöpftes Briefpapier übers Netz feilbietet oder einen gigantischen Industriebetrieb führt.

Soll heißen: man sollte als Kleinunternehmer immer einen Blick auf Herangehensweisen, Tipps usw. anderer Unternehmen ungeachtet ihrer Größe pflegen. Einiges lässt sich übertragen, nicht selten kann man manches auch wegen seiner viel höheren Flexibilität besser applizieren.

Übrigens: Praktisch immer wird man auch mit seinem Kleingewerbe Mitglied der zuständigen IHK bzw. HWK. Etwaige Broschüren, Info-Tage usw. sollte man unbedingt in Anspruch nehmen, sie geben immer wertvolle Unternehmer-Informationen.

2. Mit finanzieller Wucht starten

Sehr viele Kleinstgewerbe werden nach dem folgenden Schema gegründet:

  1. Man betreibt ein Hobby, oft schon seit Jahren.
  2. Man hat sich alles, was man dazu benötigt, schon privat angeschafft.
  3. Man kommt auf die Idee, dass es für die Früchte dieses Hobbys einen Markt geben könnte.
  4. Man lässt ein Kleingewerbe beim Gewerbeamt eintragen.

Doch je nachdem, wie gut sich das Geschäft entwickelt, stellt man fest, dass man mit den bisherigen Mitteln nicht weit kommt. Da reicht vielleicht die Nähmaschine für die nebenberufliche Handtaschendesignerin nicht mehr aus, wird der Platz für das Verpacken rasch zu klein.  Und dann? Dann leidet das Geschäft, weil man notgedrungen auf irgendeine Weise Kunden vergrault. 


Selbst wenn man nur sein Hobby niedrigschwellig zum Nebenberuf machen will, sollte man dazu im Vorfeld Geld in die Hand nehmen; nötigenfalls in Form eines Kredits, auch den kann man direkt online finden, muss nicht zur Hausbank, wo man vielleicht auf diese Form von Selbstständigkeit nicht richtig vorbereitet ist.

Mit derartiger finanzieller Schlagkraft kann man sein Unternehmen seriös beginnen, statt bloß als erweitertes Hobby, und so seine Erfolgschancen massiv steigern.

Übrigens: Von den staatlichen Unternehmer-Förderprogrammen entfallen einige auch auf nebenberufliche Kleingewerbe. Eine Überprüfung der Fördertöpfe sollte obligatorisch sein.

3. Es als mehr als eine Hobby-Finanzierung ansehen

Rufen wir uns erneut die Vorgehens-Schritte aus dem vorherigen Kapitel ins Gedächtnis. Denn viele Kleingewerbetreibende machen dabei noch einen Fehltritt, sie sehen die Angelegenheit primär als etwas an, was ihnen das Hobby vergünstigen soll – etwa im Nebenerwerb Babys und Pärchen fotografieren, um sich neues Foto-Equipment leisten zu können.

Auch das ist verständlich, erzeugt aber eine fatale Geisteshaltung: Man betreibt sein Unternehmen aus einer Art Zwang heraus, ähnlich wie viele Menschen nur deshalb Arbeitnehmer sind, um sich ein gutes Leben leisten zu können. Wie es sich auf die Motivation auswirkt, noch zu performen, wenn man einen langen regulären Arbeitstag hinter sich hat, kann man sich ausmalen.

Die Lösung muss lauten, das Gewerbe als Selbstzweck zu betreiben. Man möchte Menschen mit Produkten bzw. Dienstleistungen begeistern. Alles andere sollte demgegenüber in den Hintergrund treten.

4. Auf mehr als Mundpropaganda vertrauen

Werbung? Mit einem Kleingewerbe? Was auf viele nach einer übertriebenen Vorgehensweise wirkt, lässt sich mit einem „Allerdings!“ beantworten. Sich nur darauf zu verlassen, dass man über seinen Shop bei Etsy, Amazon Handmade und Co. genug Mundpropaganda produzieren wird, ist ein unternehmerisch falscher Schritt, der viele Kleinunternehmer schnell in rote Zahlen treibt.

Natürlich, man muss keine Anzeigen in der Tageszeitung schalten, muss keine Radiospots produzieren lassen. Aber werben sollte man für sich definitiv. Einige simple Möglichkeiten:

  • Das Business bei Google Maps eintragen lassen.
  • Einen eigenen Social-Media-Auftritt erstellen.
  • Falls eine eigene Webseite vorhanden ist, diese bei Google eintragen lassen.
  • Kooperationen mit anderen Kleingewerbetreibenden auf sozialen Netzwerken anstreben.
  • Micro-Sponsoring von lokalen Veranstaltungen und/oder Einrichtungen (Fußballteam, Tierheim etc.).
  • Die Person hinter dem Unternehmen präsentieren und Kunden zeigen, warum sie gerade hier Geld ausgeben sollen.
  • Ansprechende Visitenkarten gestalten. Diese sollten jeder Bestellung beilegen und auch in örtlichen Firmen auslegen.

Letztendlich nutzt man auf diese Weise den großen Vertrauensbonus, den viele Menschen einem kleinen Gewerbe entgegenbringen – es wirkt schlicht „menschlicher“. Bloß müssen die Menschen das Unternehmen erst mal kennenlernen.

5. Feste Arbeitszeiten einteilen

Abermals ist es ein großes Problem vieler Kleinunternehmer, dass sie ihr Geschäft nicht mit dem nötigen Ernst betreiben, sondern dann, wenn sie Lust dazu verspüren. Vielleicht werden dann Bestellungen nach Laune versendet, werden Aufträge nur angenommen, wenn die Stimmung passt.

Auch das ist verständlich, wenn man den Hobby-Background vieler Kleingewerbe betrachtet. Jedoch wird es dadurch nicht richtiger. Nein, man muss sich nicht jeden Feierabend mehrere Stunden seinem Geschäft widmen, wenn man nicht ernsthaft vorhat, es mittel- bis langfristig zu seinem beruflichen Hauptstandbein zu machen und die Kleingewerbe-Zeit nur als Übergangsphase ansieht.

Wohl aber sollte man feste Zeitkontingente einplanen. Etwa ein-, zweimal wöchentlich Bestellungen verpacken und versenden, jeden Samstag für vier Stunden basteln oder für eine fixe Anzahl von Tagen im Monat Termine einschieben können. Auf diese Weise widmet man sich auf seriöse Weise seinem Geschäft, verzettelt sich aber nicht damit, sodass man das Gefühl bekommt, nur noch zwischen Bett, Haupt- und Nebenberuf zu leben.

6. Niemals die Umsätze aus dem Blick verlieren

Dieser finale Punkt ist besonders wichtig, weil er eigentlich konträr zu einem erfolgreichen Unternehmen steht. Doch es geht nicht anders: Denn für Kleinunternehmen gilt die eingangs erwähnte Umsatz-Obergrenze von 22.000 Euro jährlich. Wohlgemerkt kalenderjährlich.

Das bedeutet:

  1. Man muss, ausgehend vom Gründungsmonat, im ersten Jahr herabrechnen. Wer im Juni gründet, darf nur 1/6 der 22.000 Euro Umsatz machen.
  2. Man sollte am Ende jedes Monats eine Schlussrechnung machen, um jederzeit zu wissen, wie viel „Spielraum“ man noch hat.


Und auch wenn es schwer ist, sollte man sein Unternehmen so timen lernen, dass man das ganze Jahr ausnutzen kann, ohne die Obergrenze zu überschreiten – etwa im Oktober seinen Kunden erklären zu müssen „das wars, wir sehen uns wegen der Steuer nächstes Jahr“, wäre im höchsten Maß geschäftsschädigend.



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