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HSV Bilanz - Die große Analyse - 21.01.2016

Unternehmung Fußballverein: Neben dem Platz wird auch gespielt

Die DFL Deutsche Fußball Liga GmbH vermeldete nach der Sommerpause einen erneuten Gewinnumsatz und bezifferte in ihrem Geschäftsbericht für das Jahr 2013/2014 den Umsatz der Bundesliga auf fast 3 Milliarden Euro.1 Auch diese Saison lockt der Fußball in Deutschland weiterhin Millionen von Menschen in die Stadien und vor die Bildschirme. Das romantische Image des Traditionsvereins hält sich hartnäckig, entspricht jedoch nicht mehr der Realität. Fußballvereine sind, in der heutigen Zeit, vor allem eins: Wirtschaftsunternehmen.

Zum Rückrundenauftakt am Freitag den 22. Januar 2016 treffen zwei Bundesliga Schwergewichte aufeinander, der Hamburger Sport Verein und der FC Bayern München. Der eine als der Club der am längsten in der ersten Bundesliga ist, und der andere als der Club, der unbestritten einer der erfolgreichsten Deutschlands ist. Was jedoch die finanzielle und wirtschaftliche Situation angeht, könnten beide Vereine kaum unterschiedlicher sein. Der FC Bayern steht wirtschaftlich blendend da, während der HSV seit einiger Zeit mit Schulden kämpft. Im finanziellen Sinne kann also von einem Duell zwischen David und Goliath gesprochen werden.

FirmenWissen wird sich in seiner Funktion als umfassende Quelle für Firmeninformationen in dem folgenden Artikel mit der finanziellen Situation des HSV auseinander setzen. Anhand der vorliegenden Daten soll ermittelt werden, wie der HSV abseits des Spielfeldes strukturiert ist und in welcher wirtschaftlichen Lage er sich befindet.

Die Geschichte des HSV

Der Hamburger Sport Verein entstand aus dem Zusammenschluss von drei Hamburger Sportvereinen. Sport-Club Germania, Hamburger SV und FC Falke. Als Gründungsdatum des Hamburger Sport Vereins gilt der 29. September 1887, der Gründungstag des SC Germania. Obwohl der Zusammenschluss der drei Vereine erst am 2. Juli 1919 erfolgt ist.

Bereits drei Jahre nach der Gründung steht der HSV im Finale der Deutschen Meisterschaft, in dieser Saison spielte der Verein in der Alsterkreisliga. Er durfte als Titelverteidiger am Kampf um die Norddeutsche Meisterschaft teilnehmen und durch den Gewinn eben dieser, qualifizierte er sich für die Deutsche Meisterschaft. Das Meisterschaftsspiel gegen den FC Nürnberg wurde jedoch nach drei Stunden wegen Dunkelheit abgebrochen. Das angesetzte Wiederholungsspiel wurde ebenfalls abgebrochen, da der FC Nürnberg auf Grund von Platzverweisen und Verletzungen keine acht Spieler mehr stellen konnte. Daraufhin erklärte der Deutsche Fußball Bund den HSV zum Deutschen Meister, einen Titel den dieser aber nach kurzer Zeit aus sportlichen Gründen zurückgab. Im Jahr 1923 gewann der HSV das Finale der Deutschen Meisterschaft und wurde zum ersten Mal offiziell Deutscher Meister.

Auftritt einer HSV Legende - Uwe Seeler

Im Jahr 1953 bestreitet der damals 16-Jährige Uwe Seeler sein erstes Spiel für den HSV und wird im Jahr 1960 Deutschlands erster Fußballer des Jahres. Er erringt diesen Titel noch zwei Mal im Laufe seiner Karriere (1960, 1964, 1970). Im Jahr 1963 wird die heutige Bundesliga gegründet und auf Grund dessen muss der HSV in das Volksparkstadion umziehen da nur dieses die Auflagen der Bundesliga erfüllen konnte. Im gleichen Jahr, wurde Uwe Seeler mit 30 Toren der erste Bundesliga Torschützenkönig und erneut Fußballer des Jahres. Zu dieser Zeit war er nicht nur für den HSV von enormer Bedeutung sondern hatte sich ebenfalls zu Deutschlands bestem Mittelstürmer entwickelt. Seine Karriere beendete er nach der Saison 1971/1972 mit einem Abschiedsspiel am 1. Mai 1972. Kurze Zeit später wurde das Volksparkstadion umgebaut um die gestiegenen Anforderungen durch die 1974 anstehende Weltmeisterschaft erfüllen zu können.

Im Jahr 1979 wurde der HSV zum ersten Mal Meister in der Bundesliga. Mit Gewinn der Deutschen Meisterschaft am 29.Mai 1982 startet der HSV eine Siegesserie von 36 ungeschlagenen Spielen, ein Wert der erst in der Saison 2013/2014 vom FC Bayern München geschlagen wird.

Finanzielle und Spielerische Höhen und Tiefen

Mit Peter Krohn als Präsident wurden beim Hamburger Sport Verein einige Neuerungen eingeführt die zu bedeutendem wirtschaftlichem Erfolg führen sollten. Eine dieser Neuerungen war das Auflaufen in Trikots mit Werbung. Der erste Trikotsponsor des HSV in der Saison 1974/1975 war das Unternehmen Campari. In den folgenden Spielzeiten gewann der HSV die Bundesliga-Meisterschaft drei Mal, wurde Pokalsieger und Europapokal Sieger im Landesmeister-Cup. Im Jahr 1981 erfolgte schließlich die Verpflichtung des bis dato erfolgreichsten Trainers des Vereins, Ernst Happel. Unter seiner Regie spielte der HSV elf Mal im europäischen Wettbewerben (drei Mal bei den Landesmeistern, zwei Mal den Pokalsieger–Cup, sechs Mal im UEFA-Pokal). Neben der Europäischen Präsenz gelang es dem HSV auch drei Mal deutscher Meister zu werden, und er hatte die bereits erwähnte Siegesserie von 36 Spielen.

Ab Ende der 80er Jahre begann der Abstieg der Mannschaft ins Mittelmaß. Der Club war nun hauptsächlich im mittleren bis unteren Bereich der Tabelle angesiedelt, die UEFA-Cup Plätze wurden lediglich zwei Mal erreicht. Damit einher gingen auch finanzielle Schwierigkeiten, die einige Male nur durch teure Transfers abgewandt werden konnten (z.B.: Thomas Doll zu Lazio Rom: Ablösesumme 17 Millionen DM). Mitte der 90er Jahre übernahm Uwe Seeler das Amt des Präsidenten beim HSV und fand einen finanziell gesundeten Verein vor, der Rücklagen im Millionen Bereich vorweisen konnte. Fünf Jahre später jedoch erlebte der HSV einen erneuten sportlichen und einige Jahre später auch finanziellen Rückschlag mit einem Defizit von 14,3 Millionen Mark für das Geschäftsjahr 2002/2003.

Im Juli 2003 gelang dem HSV ein Titelgewinn. Nach 16 Jahren gelang es dem HSV den DFB Ligapokal gegen Borussia Dortmund zu behaupten. In der Saison 2005/2006 folgte die Qualifikation für den UEFA Pokal und die Qualifikation für die Champions League. In der Champions League schied der HSV in der Gruppenphase und im Pokal im Achtelfinale aus. Auch in der Bundesliga Saison (2007/2008) befand sich der HSV zum 20. Spieltag auf einem Abstiegsplatz. Mit der Verpflichtung von Huub Stevens erreichte der HSV noch Platz sieben in der Tabelle und rettete sich nicht nur vor dem Abstieg sondern qualifizierte sich auch für den UEFA-Pokal. Mit der Übernahme des Traineramtes durch Martin Jol, spielte der HSV eine gute Saison. Er qualifizierte sich für den DFB Pokal (Ausscheiden im Halbfinale) und den UEFA-Pokal (ebenfalls ausscheiden im Halbfinale). Auch Finanziell hatte sich das Jahr für den HSV rentiert, er erwirtschaftete ein Plus von 13,4 Millionen Euro. Nach einigen mäßig erfolgreichen aber unspektakulären Saisons, wurde in der Saison 2011/2012 der Trainer Michael Oenning nach 13 Niederlagen in Folge entlassen und durch, zunächst Sportchef Frank Arnesen und später Thorsten Fink ersetzt. Am Ende der Saison stand mit Platz 15 die schlechteste Abschlussplatzierung des HSV in der Bundesliga.

Die gesamt schlechteste Saison lieferte der HSV in dem Jahr 2013/2014. Nach einem misslungenen Saisonstart, musste Thorsten Fink am fünften Saisontag seinen Hut nehmen. Er wurde ersetzt durch Bert van Marwijk, worauf hin die Hinrunde auf Platz 14 beendet wurde. Für Aufsehen sorgte der Aufsichtsrat, da er trotz nicht vorhandener Befugnisse, diskutierte den Vorstand und den Trainer zu entlassen und Felix Magath zu installieren. Diese Idee wurde verworfen und alle Positionen blieben so wie sie waren. Die Rückrunde begann mit dem Spiel des HSV gegen den FC Bayern im Viertelfinale des DFB-Pokals welches mit 0:5 verloren wurde. Das darauf folgende Spiel gegen Eintracht Braunschweig, zu dem Zeitpunkt Tabellenletzter, wurde ebenfalls mit 2:4 verloren und Bert van Marwijk freigestellt. Auf ihn folgte Mirko Slomka. Er schaffte es den Verein in die Relegation zu retten, welche gegen die SpVgg Greuther Fürth dank der Auswärtstorregel (0:0, 1:1) gewonnen wurde. In dieser Saison schaffte es der HSV mit nur 27 Punkten die Klasse zu halten, dem niedrigsten Wert seit der Einführung der Drei-Punkte-Regel.

HSV Bilanz: Der HSV heute

Das Reformmodell "HSV Plus"

Die heutige Struktur des Unternehmens geht auf ein Reformmodell namens „HSV Plus“ zurück, das 2014 aufgrund von finanziellen Problemen angestoßen wurde. HSV Plus bezeichnet eine Reforminitiative unter der Schirmherrschaft von Ernst-Otto Rieckhoff, einem früheren HSV-Aufsichtsratsvorsitzenden. Im Kern handelt es sich hierbei um eine Strukturreform, in deren Folge die Lizenzspielerabteilung des Hamburger Sport-Vereins e.V. in eine Aktiengesellschaft ausgelagert werden sollte. Dadurch erhofften sich die Reformer, den Einstieg in den Verein für Investoren einfacher und vor allem attraktiver gestalten zu können. Weiterhin sollte der Hamburger Sport-Verein e.V. so vor den Risiken, die der Profifußball im finanziellen Bereich birgt, geschützt werden.2 Außerdem wurde der Aufsichtsrat auf sechs Mitglieder verkleinert und professionalisiert.

Die Strukturreform wurde mit einer Mehrheit von über 80 Prozent durch die Mitglieder des HSV beschlossen. Im Zuge dessen, wurde die HSV Sport AG in HSV Fußball AG umbenannt und das Grundkapital von 3,1 auf 3,5 Millionen Euro erhöht. Die Ausgabe von 400.000 Aktien ermöglichte diese Erhöhung. Alle ausgegebenen Aktien wurden zunächst zu 100 Prozent vom Hamburger Sport-Verein e.V. gehalten, was ihn zum alleinigen Eigentümer der HSV Fußball AG machte. Anfang 2015 erwarb Klaus-Michael Kühne für 18,75 Millionen Euro 7,5 Prozent der Aktien, indem ein bereits gegebenes Darlehen in Anteile am Club bzw. der HSV Fußball AG umgewandelt wurde. Weitere 1,5 Prozent wurden für die Summe von 4 Millionen Euro von Helmut Bohnhorst erworben. Dies machte beide Personen zu Anteilseignern am HSV, wodurch sie auch die gesetzlich festgelegten Rechte von Aktionären errungen haben.

Eine Figur im Hintergrund - Der HSV und Klaus Michael Kühne

Der Name Klaus-Michael Kühne dürfte vielen ein Begriff sein, unabhängig davon, ob man dem HSV zugetan ist oder nicht. Der Unternehmer ist bekennender HSV-Fan und steht derzeit auf der Liste der reichsten Deutschen auf Platz neun (Stand 2015).3 Er selbst ist kein Mitglied des Aufsichtsrats und hat dennoch Einblick in die Arbeit des Managements, da seine „rechte Hand“ Karl Gernandt im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG sitzt.

Karl Gernandt wurde im Jahr 2008 von Klaus-Michael Kühne für die Kühne Holding rekrutiert. In einem Interview in der Tageszeitung Welt bezeichnet Klaus Gernandt ihr Verhältnis folgendermaßen: „Man kann unser Geschäftsverhältnis so erklären, […] Herr Kühne schenkt mir sein volles Vertrauen und ich gebe ihm 100 Prozent-Loyalität.“4 Die Verbindungen zwischen Klaus Michael Kühne, Karl Gernandt und dem HSV, soll das folgende Schaubild verdeutlichen:

Die Verflechtungen des HSV rund um Michael Kühne

HSV Bilanz: Der HSV im Porträt - Der Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat der HSV Fußball AG setzt sich aus sechs Managern mit unterschiedlichen Kompetenzen und Erfahrungen zusammen, die zur bestmöglichen Führung des Unternehmens beitragen sollen. Karl Gernandt gilt als das Sprachrohr des Aufsichtsrates. Dieter Becken ist auf dem Hamburger Immobilienmarkt aktiv und gilt dort als Schwergewicht. Zudem bringt er umfangreiches Finanzwissen sowie gute Verbindungen zum Bankensektor ein. Bernhard Bönte ist bekannt als Sportmoderator und vor allem als Manager der Profi-Boxer Wladimir und Vitali Klitschko. Er ist der Geschäftsführer und Mitinhaber der Klitschko Management Group GmbH, die für die Veranstaltung der Boxevents der Brüder verantwortlich ist und der Klitschko Performance GmbH unter deren Name das Fitness Programm von Wladimir Klitschko läuft. Als Manager der Brüder Klitschko bringt Bernhard Bönte umfassende Public Relations Kenntnisse mit. Felix Goedhart hat Betriebswirtschaftslehre studiert und ist Vorstand der Capital Stage AG sowie Aufsichtsratsmitglied bei Gottfried Schultz GmbH & Co. Er bringt sein fachliches und finanzielles Wissen in den Aufsichtsrat ein. Peter Nogly, war im Jahr 1979 Teil der Meistermannschaft des HSV, seine Stärken liegen primär im sportlichen Bereich. Jens Meier ist das neuste Mitglied des Rates, er ist der gewählte Präsident des Hamburger Sport-Vereins e.V., sodass ihm dementsprechend laut der Satzung ein Platz im Aufsichtsrat der HSV Fußball AG zusteht.

Hamburger SV Bilanz: Der Vorstand

Der Aufsichtsrat wiederum ist für die Bestellung des Vorstandes für die HSV Fußball AG zuständig. Der Vorstand besteht aus drei Personen, einem Vorsitzenden und zwei weiteren Mitgliedern. Der Vorsitzende zurzeit ist Dietmar Beiersdorfer, ein ehemaliger Fußballspieler, der in seiner aktiven Zeit unter anderem für den HSV gespielt hat. Nachdem er einige Jahre in Hamburg als Sportchef fungierte, wechselte er zum Projekt Fußball von Red Bull. Hier war er sportlicher Leiter für die drei von Red Bull gesponserten Vereine FC Red Bull Salzburg, Red Bull Leipzig und New York Red Bulls. Im Jahr 2014 kehrte er auf Anfrage von Karl Gernandt zum HSV zurück und wurde Vorstandsvorsitzender. Die beiden anderen Mitglieder sind Joachim Hilke und Frank Wettstein. Die Stärken von Joachim Hilke liegen in den Bereichen Marketing und Sales, Frank Wettstein amtiert als Finanzvorstand der HSV Fußball AG.

HSV Bilanz: Die HSV Fußball AG als Konzern

Neben den vielfältigen internen Verflechtungen ist die HSV Fußball AG auch selbst Beteiligter an anderen Firmen. Die HSV Fußball AG fungiert als Holdinggesellschaft und hält Anteile an fünf weiteren (Tochter-)Gesellschaften. Durch diese Art der Organisation schützt die Aktiengesellschaft den Gesellschafter, in diesem Fall den Hamburger Sport-Verein e.V. vor Durchgriffshaftung. Dies bedeutet, dass im Falle einer Insolvenz von einer der Tochtergesellschaften der HSV Fußball AG, der Hamburger Sport-Verein e.V. nicht für die Verbindlichkeiten der HSV Fußball AG zur Verantwortung gezogen wird.5

Begonnen wird mit der HSV-Arena GmbH & Co. KG, hier fungiert die HSV Fußball AG als alleiniger Eigentümer. Die HSV-Arena GmbH & Co. KG ist Mieter und Betreiber des Volksparkstadions, dem Fußballstadion des HSV. Das Unternehmen vermietet das Stadion jedoch nicht nur an die Lizenzspielerabteilung des HSV, sondern auch an andere Veranstalter. Zudem beinhaltet der Verantwortungsbereich der HSV-Arena GmbH & Co. KG auch Tätigkeiten wie Ticketverkauf, Sponsoring und Merchandising. Komplementär ist die HSV-Arena Verwaltungs GmbH. Das Unternehmen gehört zu 75 Prozent der HSV Fußball AG, die restlichen 25 Prozent hält die Sportfive GmbH & Co KG, der Vermarkter des HSV.

Die HSV-Stadion HSV-Vermögensverwaltungs GmbH & Co. ist in ihrer Funktion Eigentümerin des Volksparkstadions. In ihrem Namen wurden auch die notwendigen Kredite zum Bau des Stadions abgeschlossen. Die GmbH vermietet das Stadion an die HSV-Arena GmbH & Co. KG. Das Unternehmen gehört zu 99 Prozent der HSV Fußball AG. Hier fungiert die HSV-Arena Verwaltungs GmbH als Komplementär, welche ebenfalls zu 99 Prozent im Besitz der HSV Fußball AG ist, die restlichen Anteile sind in der Hand der Sportfive GmbH & Co KG.

Ferner besitzt die HSV Fußball AG 74,90 Prozent der Anteile an der HSV-Campus gemeinnützige GmbH. Diese wurde von der HSV Fußball AG zusammen mit Alexander Otto gegründet, mit dem Ziel unter dem Namen der gGmbH das neue Leistungszentrum für die Nachwuchsmannschaften der U15 bis U23 zu bauen. Das Projekt soll bis 2017 vollendet sein, die Räume werden dann von der HSV-Campus gGmbH an die HSV Fußball AG vermietet.

Tochterunternehmen des HSV im Überblick

Der HSV in der Bilanzanalyse

HSV Bilanz: Aktiva

Im Folgenden soll nun auf die Bilanz des HSV für das Geschäftsjahr 2013/2014 eingegangen werden. Das gesamte Anlagevermögen der HSV Fußball AG belief sich in diesem Geschäftsjahr auf 78,66 Millionen Euro, zusammengesetzt aus immateriellen Vermögensbeständen, Sachanlagen und Finanzanlagen. Zu den immateriellen Vermögensgegenständen zählt der Kader des HSV, Markenwerte und erworbene Software. Der umfangreichste Posten ist der Markenwert, dieser beziffert sich auf 41,22 Millionen Euro. Es folgt der Wert des Kaders, welcher sich auf 29,94 Millionen Euro beläuft. Hierbei ist anzumerken, dass der Kader laut transfermarkt.de 53 Millionen Euro wert ist. Zuzüglich zu anderen kleinen Posten ergibt sich ein Gesamtwert an immateriellen Vermögenswerten von 71,16 Millionen Euro.

Die Sachanlagen des HSV setzen sich aus Grundstückswerten von 2,58 Millionen Euro und Ausstattungswerten von 435.350 Euro zusammen. Sie ergeben einen Posten von 3,01 Millionen Euro. Komplettiert wird das Anlagevermögen mit den Finanzanlagen: In diese Kategorie fallen Posten wie Anteile an verbundenen Unternehmen mit 3,13 Millionen Euro sowie Ausleihen an verbundene Unternehmen mit 1,36 Millionen Euro. An Umlaufvermögen steht der HSV Fußball AG ein Posten von 2,37 Millionen Euro zur Verfügung. Dieses setzt sich aus Forderungen und sonstigen Vermögensgegenständen im Wert von 1,53 Millionen Euro und Guthaben bei Kreditinstituten von 837.953 Euro zusammen. Zuzüglich von Rechnungsabgrenzungsposten im Wert von 652.229 Euro steht auf der Aktiva Seite der Bilanz eine Summe von 81,68 Millionen Euro.

HSV Bilanz: Passiva

Demgegenüber steht auf der Passiva Seite die gleiche Summe. Sie setzt sich aus Eigenkapital im Wert von 15,17 Millionen Euro zusammen, welches aus dem gezeichneten Kapital von 3,5 Millionen Euro, Kapitalrücklagen aus 19,6 Millionen Euro und Gewinnrücklagen von 15.018 Euro besteht. Abzüglich des Bilanzverlustes von 7,95 Millionen Euro ergibt sich die Eigenkapitalsumme.

Dazu kommen Rückstellungen im Wert von 2,54 Millionen Euro. Verbindlichkeiten im Wert von 56,04 Millionen Euro. Und Rechnungsabgrenzungsposten von 2,27 Millionen Euro. Zusammen mit den passiven latenten Steuern ergibt sich die Summe von 81,68 Millionen Euro. Somit ist die Bilanz des HSV ausgeglichen.

HSV Bilanz: Gewinn und Verlust Analyse

Ein Blick in die Gewinn und Verlustrechnung zeigt jedoch, dass das Unternehmen unter dem Strich Verlust macht. Im Geschäftsjahr 2013/2014 erwirtschaftete der HSV ein Rohergebnis von 17,90 Millionen Euro, in die Berechnung des Wertes fließen Erlöse aus Umsatz und sonstige betriebliche Erträge ein. Das Betriebsergebnis des HSV betrug in diesem Geschäftsjahr 46,8 Millionen Euro, bestehend aus Personalkosten, Abschreibungen und sonstigen betrieblichen Aufwendungen. Das Finanzergebnis setzt sich aus sonstigen Zinsen und Erträgen, Abschreibungen auf Finanzanlagen und ähnlichen Aufwendungen zusammen und ergibt einen Betrag von 727.787,76 Euro. Aus dem Betriebs- und Finanzergebnis lässt sich das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftsfähigkeit berechnen, im Falle des HSV beläuft sich dieses auf -11,8 Millionen Euro. Insgesamt kommt ein Jahresfehlbetrag von 7,93 Millionen Euro zustande. Zuzüglich zum Verlustvortrag aus dem vorherigen Geschäftsjahr zeichnete sich für die HSV Fußball AG ein Bilanzverlust von -7,95 Millionen Euro ab. Bilanzkennzahlen Nach der Analyse der Bilanz des Geschäftsjahrs 2013/2014 folgt nun ein genauerer Blick auf die Bilanzkennzahlen der HSV Fußball AG. Begonnen wird mit der Analyse der Kapitalstruktur. Die Eigenkapitalquote gibt Auskunft darüber, wie stabil die wirtschaftliche und finanzielle Lage eines Unternehmens ist. Dies geschieht dadurch dass das Eigenkapital ins Verhältnis zum Gesamtkapital gesetzt wird. Eine Möglichkeit diese Quote zu steigern, ist die Ausgabe von Aktien, wie es im Falle des HSV geschah. Zum Eigenkapital zählen folgende Bestandteile der Passivseite einer Bilanz:

Im abgelaufenen Geschäftsjahr betrug die Eigenkapitalquote der HSV Fußball AG 18,57 Prozent. Sprich lediglich 18,57 Prozent des gesamten Kapitals gehörten der HSV Fußball AG selbst. Zum Vergleich: Die Eigenkapitalquote des Ligakonkurrenten Borussia Dortmund, der ebenfalls als Aktienkonzern organisiert ist, beträgt 61,69 Prozent.

Die Eigenkapitalquote sollte im Zusammenhang mit der Liquiditätsanalyse und insbesondere mit dem Anlagedeckungsgrad A betrachtet werden. Diese Analyse ist eine alternative Möglichkeit, um Aussagen über die finanzielle Stabilität eines Unternehmens treffen zu können. Hierzu wird zwischen der Aktiva und der Passiva Seite ein Zusammenhang hergestellt. Diese Art der Analyse wird auch als Liquiditätsanalyse bezeichnet. Ihren Mittelpunkt bildet der Grundsatz der Fristenkongruenz. Dieser besagt, dass die Dauer, in der ein Vermögensbestandteil investiert wird, und die Zeit, wie lange das dafür erforderliche Kapital zur Deckung zur Verfügung steht, übereinstimmen müssen. Ob diese Regel eingehalten wird, lässt sich mit Hilfe von Deckungsgraden überprüfen. Begonnen wird mit dem Deckungsgrad A, welcher aufzeigt auf, inwiefern das vorhandene Eigenkapital das Anlagekapital deckt. Empfohlen wird ein Wert zwischen 80 Prozent und 100 Prozent, um sicherzustellen, dass das Anlagekapital langfristig finanziert werden kann.6

Im Falle des HSV ergibt sich hier ein Wert von 19,28 Prozent. Dies bedeutet dass der HSV lediglich 20 Prozent seines angelegten Vermögens durch Eigenkapital abdecken kann. Das Anlagevermögen umfasst die Vermögensteile, die zum Betrieb des Konzerns notwendig sind, also Wert die die Ausstattung, die Funktion und den Aufbau des Konzerns von Nöten sind. Hierzu zählen allerdings nur Werte die langfristig im Unternehmen gebunden sind, sprich Werte wie Spielerwerte, Markenwerte oder Grundstücke und Bauten. Bei der Betrachtung des Deckungsgrad A gilt es jedoch zu beachten, dass in dieser Kalkulation noch keine Kreditreserven der HSV Fußball AG einbezogen sind.

Eine weitere Kennzahl die sich mit dem Verhältnis des Eigen- und des Fremdkapitals befasst ist der statische Verschuldungsgrad. Je höher der Verschuldungsgrad ist, desto höher ist der Anteil an verwendetem Fremdkapital und somit auch die Abhängigkeit von externen Geldgebern. Er berechnet sich folgendermaßen:

Das Fremdkapital setzt sich zusammen aus Rückstellungen und Verbindlichkeiten, dies ergibt bei der HSV Fußball AG einen Wert von 58,58 Mio Euro. Dies wird ins Verhältnis zum Eigenkapital gesetzt (15,16 Mio Euro). So ergibt sich ein Verschuldungsgrad von 386,21 Prozent. Dieser Wert bestätigt noch einmal den geringen Deckungsgrad A und die geringe Eigenkapitalquote der HSV Fußball AG.

Eine weitere aussagekräftige Kennzahl in diesem Zusammenhang ist die Anlagenintensität. Dieser Wert spiegelt das Verhältnis von Anlage- und Gesamtkapital wieder. Dadurch gibt er Einblick in die Anpassungsfähigkeit eines Unternehmens. Es wird empfohlen, diesen Wert möglichst niedrig zu halten, damit ein Konzern flexibel auf Konjunkturschwankungen reagieren kann. Für das abgelaufene Geschäftsjahr belief sich dieser Wert beim HSV auf 96,30 Prozent. Es waren also 96 Prozent des Gesamtkapitals im Anlagekapital gebunden. In diesem Kontext ist es wichtig zu beachten, dass Beteiligungen an Firmen zum Anlagevermögen eines Konzerns zählen. Dementsprechend ist der Wert der Anlagenintensität bei Unternehmen mit einer Struktur wie bei der HSV Fußball AG generell sehr hoch.7 Außerdem zählen Werte wie immaterielle Vermögensgegenstände und Sach- sowie Finanzanlagen zum Anlagevermögen. Im Fall eines Fußball Clubs beinhaltet das Anlagevermögen demnach Gegenstände wie den Kader, den Markenwert und Grundstückswerte. Dies führt beim HSV zu einem Anlagevermögen von 78,66 Millionen Euro, das im Verhältnis zu einem Gesamtvermögen von 81,68 Millionen Euro steht. Die Anlagenintensität im Fall von Fußball Clubs, die als Holdings organisiert sind, ist also wenig aussagekräftig.

Bisher war lag das Augenmerk der Analyse auf den langfristigen finanziellen Möglichkeiten der HSV Fußball AG. Denn die Berechnung der Deckungsgrade gibt Auskunft über die langfristige finanzielle Situation eines Unternehmens. Um einen Einblick in die kurzfristigen finanziellen Möglichkeiten eines Gewerbes zu bekommen, wird zum Beispiel die Liquidität ersten Grades berechnet.

Am Wert der Liquidität ersten Grades eines Unternehmens liest man ab, inwiefern es in der Lage ist, kurzfristigen finanziellen Verpflichtungen nachzukommen. Es wird geraten, diesen Wert weder zu hoch, noch zu niedrig zu halten, da Kapital in liquider Form keinerlei Rendite bringt. Empfohlen wird ein Wert von mindestens 20 Prozent8 - im Fall des HSV beläuft sich dieser Wert auf 4,68 Prozent. Dies bedeutet, dass der HSV 4,68 Prozent seiner kurzfristigen Verbindlichkeiten durch Barmittel begleichen könnte. Dass dieser Wert so niedrig ist, kann zu einem großen Teil auf die hohe Anlagenintensität zurückgeführt werden.

Um heraus zu finden wie rentabel das Unternehmen sein Kapital einsetzt, ist der Kapitalumschlag wichtig. Dieser Wert setzt den Umsatz in ein Verhältnis zum eingesetzten Kapital. Es wird aufgezeigt, wie viel Kapital investiert werden musste, um die erwirtschafteten Umsätze zu generieren. 9 Er wird berechnet indem der Umsatz des Unternehmens durch das Gesamtkapital (also auch das gebundene Kapital) dividiert wird.

Als Richtwert für den Kapitalumschlag wird ein Wert ≥ 1,5 empfohlen.10 Im Falle des HSV ergibt sich für das abgelaufene Geschäftsjahr ein Wert von 0,20 Prozent, was unter anderem auf die hohe Anlagenintensität beim HSV zurückzuführen ist.

Die Kennziffer der Umsatzrentabilität, auch als Return on Sales (ROS) bekannt, verdeutlicht das Verhältnis zwischen Gewinn und Umsatz in einem Unternehmen nochmal. Auch dieser Wert wird in Prozenten ausgedrückt. Wird beispielhaft von einer Umsatzrendite von 10 Prozent ausgegangen, so bedeutet dies dass 0,10 Euro Gewinn pro investierten Euro erwirtschaftet werden.

Ein geringer Wert der Umsatzrentabilität (hierbei wird von einem Wert kleiner 1 ausgegangen) deutet auf einen hart umkämpften Markt hin.11 Anhand der Bilanz des HSV lässt sich eine Umsatzrentabilität von -182,67 Prozent errechnen, was zeigt, dass der HSV mit Blick auf sein Geschäftsvolumen kaum Gewinn erwirtschaftet.

Fazit

Abseits des Spielfeldes ist der FC Bayern dem HSV um Längen voraus. Die Analyse der Geschäftszahlen der HSV Fußball AG zeigt, dass der HSV nicht nur der Bundesliga Dinosaurier ist, sondern aus finanzieller Sicht, auch das Sorgenkind. Dennoch ist das Management der HSV Fußball AG zuversichtlich, dass mit der Strukturreform HSV Plus eine gute Ausgangslage zur Konsolidierung des Vereins geschaffen wurde. In der vergangenen Sommerpause hat der Verein versucht, den hoch finanzierten Kader auszudünnen und Spieler mit hohen Gehältern auszusortieren.12 Stattdessen wurde der Fokus auf junge Talente gelegt, die dem Verein langfristig helfen sollen. Außerdem wurden von Investor Klaus-Michael Kühne die Namensrechte am Stadion des HSV zurück gekauft. Das Stadion trägt jetzt wieder den ursprünglichen Namen Volksparkstadion. Der Investor zahlte dem HSV hierfür eine Summe von 16 Millionen Euro.13 Zusätzlich erhielt die HSV Fußball AG von Alexander Otto 10 Millionen Euro zum Bau des Nachwuchszentrums. Dieses Geld ermöglichte es, die finanzielle Lage des Vereins zunächst zu stabilisieren und so hoffungsvoll in die neue Saison zu starten. Nun ist es am HSV zu beweisen das er auf dem Platz ein würdiger Gegner ist, im Duell David gegen Goliath.




  1. Vgl. Bundesliga Report 2015 Quelle: www.bundesliga.de
  2. Vgl. http://www.finance-magazin.de/strategie-effizienz/unternehmensstrategie/hsv-verein-buergt-fuer-die-neue-profifussball-ag-1309901/
  3. https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus-Michael_KProzentC3ProzentBChne
  4. http://www.welt.de/print/die_welt/hamburg/article128361133/Der-Manager-der-den-HSV-retten-will.html
  5. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Durchgriffshaftung
  6. Vgl. Jörg Wöltje „Betriebswirtschaftliche Formelsammlung“ S.176 (Google Books)
  7. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/AnlagenintensitProzentC3ProzentA4t
  8. Vgl. Manfred Weber, „Schnelleinstieg Kennzahlen“ S. 41 (Google Books)
  9. Vgl. Schierenbeck, Henner, Lister Michael „Value Controlling: Grundlagen Wertorientierte Unternehmensführung“ (Google Books)
  10. Vgl. Wolfgang G. Walter, „Erfolgsfaktor Unternehmenssteuerung: Kennzahlen, Instrumente, Praxistipps“ S.84 (Google Books)
  11. Vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/RentabilitProzentC3ProzentA4t
  12. Vgl. http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/hamburger-sv/article145617330/HSV-wirft-aussortierten-Stars-eine-Million-hinterher.html
  13. Vgl. http://www.handelsblatt.com/fussball-bundesliga-investor-kuehne-zufrieden-mit-kaderumbau-des-hsv/12130306.html

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