Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen in Deutschland

Die folgende Marktanalyse bietet Ihnen den idealen Einstieg mit Daten, Zahlen und Fakten aus der FirmenWissen/Creditreform-Datenbank für Wirtschaftsauskünfte. Creditreform ist Marktführer – kein anderer Wettbewerber bietet eine höhere Qualität, Aktualität und Vollständigkeit.

Inhalt

Überblick zur Branche Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen in Deutschland

Im aktuellen Datenbestand von FirmenWissen sind 1.323 Unternehmen in der Branche Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen gelistet. Die größte Anzahl von Unternehmen ist in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ansässig. Das durchschnittliche Unternehmensalter in diesem Wirtschaftszweig liegt bei 18 Jahren.

Umsatz
In der Branche Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen liegt der durchschnittliche Umsatz eines Unternehmens bei 806.297,00 Euro. Im letzten Jahr veränderte sich der Umsatz durchschnittlich um +0,00 Prozent.

Personal
Die Anzahl der Mitarbeiter liegt im Mittel bei 3 Mitarbeitern. Das Alter von Managern liegt im Schnitt bei 53 Jahren mit einer Beschäftigungsdauer von 9 Jahren. Die Frauenquote im Management liegt im Durchschnitt bei 22,85 Prozent.

Entwicklung
Innerhalb des letzten Jahres haben 5 Unternehmen in der Branche Insolvenz angemeldet. Dem gegenüber stehen 26 Unternehmen, die im selben Zeitraum neu gegründet wurden.

Anzahl der Einträge in der Branche
Quelle: Creditreform/FirmenWissen-Datenbank am 26.01.2020

1.323

Unternehmen

Durchschnittliches
Unternehmensalter

18

Jahre

Durchschnittlicher
Umsatz

0,8

Mio. Euro

Durchschnittliche
Umsatzentwicklung

0,00

Prozent

Durchschnittliche
Mitarbeiteranzahl

3

Personen

Anzahl
Neugründungen

26

im letzten Jahr

Anzahl
Insolvenzen

5

im letzten Jahr

Weiterführende Informationen zur Branche Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen:

In der Lederindustrie werden das Leder an sich und Waren daraus produziert. Gemäß Daten des Verbandes der Deutschen Lederindustrie e.V. wurden im Jahr 2009 rund 12 Millionen Quadratmeter Flächenleder hergestellt und der Nettoumsatz betrug rund 1,17 Milliarden Euro (Stand: 2011) . Damit ist die Lederindustrie aus Deutschland der drittgrößte Lederproduzent in Europa. Weiterlesen

Das Leder wird hauptsächlich in der Auto und Möbelbranche weiterverarbeitet, doch auch die Bekleidungsindustrie ist ein reger Abnehmer. Die Bedeutung der Lederindustrie ist in Deutschland eher nachranging, was auch die Exportquote zeigt. Sie liegt deutlich unter der Importquote. Insbesondere der deutsche Schuhmarkt ist ein Importmarkt, mit dem Schwerpunkt auf Importen aus China.

Geschichte der Leder- und Schuhindustrie:

Die ältesten Funde von Leder und Gegenständen aus Leder, stammen aus dem alten Ägypten. Doch es gibt wenig Zweifel daran, dass Leder auch schon in den vielen Jahren davor von der Menschheit als Gebrauchs- und Kulturgegenstand verwendet wurde.

Die alten Römer verwendeten Leder zur Ausstattung ihrer Legionäre und hatten bereits eine Zunft etabliert, die die Produktion von Leder regelte. In der heutigen Zeit wird Leder häufig für stark beanspruchte Kleidung verwendet, wie Piloten- oder Motorradkleidung.

Branchenaufbau Lederindustrie und Schuhindustrie:

Der wichtigste Bestandteil der Leder- und Schuhindustrie ist die Herstellung von Schuhen. Ihr Umsatzanteil liegt bei rund 77% (Stand 2014). Doch wie die Bekleidungsindustrie auch, sieht sich die Schuhindustrie einer starken Konkurrenz aus Fern-Ost und Entwicklungs- und Schwellenländern gegenüber. Zum Beispiel hatte China im Jahr 2010 rund 73% der weltweit exportierten Schuhe produziert. Dies führt seit Jahren zu sinkenden Erlösen und Marktanteilen. Um sich den neuen Bedingungen auf dem Markt anzupassen, sind viele Unternehmen dazu übergegangen, sich Expertise auf anderen Bereichen anzueignen. mit dem Ziel, eigene Designs und Techniken zu entwickeln und eine Eigenmarke zu entwickeln. Es steht also nicht mehr die eigentliche Fertigung im Fokus, sondern der Weg dahin, über Entwicklung, Design, Marketing und Vertrieb.

Im Zentrum der Branche Lederindustrie steht das traditionelle Gewerbe der Gerberei. Sie bezeichnet den Prozess der Verarbeitung von roher Tierhaut zu Leder. Anschließend an das Gerben wird das Leder gefärbt und zugerichtet. Aus dem gegerbten Leder können dann verschiedene Lederarten und/oder Lederfaserstoffe hergestellt werden. Das Gerben wird unter Zuhilfenahme von verschiedensten Techniken durchgeführt, wie der Gerbung durch Mineralsalze, vegetabile oder synthetische Gerbung und Sämischgerbung. Insgesamt besteht die Branche der Lederindustrie aus drei Teilbereichen:

  • Lederherstellung: Gerben, Färben, Zurichten von Fellen und Häuten. Herstellung von Sämisch-, Pergament, Lack- oder metallisiertem Leder etc.
  • Lederverarbeitung: Herstellung von Koffern, Taschen etc.
  • Schuhindustrie: Herstellung von Schuhen aller Art aus jeglichem Material.

In Abhängigkeit von der Art der Gerbung und der Quelle des Leders, werden die verschiedenen Lederarten klassifiziert. Im Folgenden werden sie erläutert:

Leder vom Rind:

  • Nappaleder: Das Nappaleder stammt entweder vom Kalb oder vom Schaf. Es ist ein weiches Glattleder das chromgegerbt wird. Das Leder wird zugerichtet was bedeutet, dass es durch das Verschließen der Poren unempfindlich für Wasser und Schmutz gemacht wird und es wird komplett durchgefärbt. Der Begriff Nappaleder wird als Oberbegriff für geschmeidiges Glattleder jeglicher Tierarten genutzt.
  • Boxcalf: Dieses Leder, das vom Kalb gewonnen wird, wird hauptsächlich zur Herstellung von Herrenschuhen verwendet. Je nach Alter des Kalbs, wird das Leder auch als Babycalf oder Mastbox bezeichnet. Das Leder ist sehr geschmeidig und trotzdem reißfest.
  • Goldchrom: Das Leder wird von jungen Rindern gewonnen und mit Chrom gegerbt. Anschließend wird es gelb gefärbt. Es findet hauptsächlich Anwendung in der Produktion von Fußbällen.
  • Rindbox: Beim Rindbox Leder handelt es sich um ein besonders strapazierfähiges Leder, gewonnen von Rindern. Es weist eine massive Struktur auf und ist dabei trotzdem biegsam.
  • Vachetteleder: Das Vachetteleder, das durch Louis Vuitton Berühmtheit erlangte wird hauptsächlich für die Herstellung von Taschen verwendet. Es wird weiter unterschieden in gefettete und geschwärzte Schmiervachetten, Koffer- und Taschenvachetten und Lack- und Autovachetten.

Leder von der Ziege:

  • Chevreau: Hierbei handelt es sich um ein sehr feines Oberleder. Es wird mit Chrom gegerbt und durchgefärbt und weist die für Ziegenleder charakteristische Faltenbildung auf.
  • Maroquin: Dieses Leder wird auch als Marokkoleder bezeichnet und ist ein Saffianleder, das geschwärzt wird. Es besitzt eine besonders grobnarbige Struktur und ist deswegen sehr kräftig.
  • Saffianleder: Das Original Saffianleder wird von ostindischen Ziegen gewonnen und mit Sumach gegerbt. Es wird auf Grund seiner hohen Haltbarkeit für Buchbände genutzt.

Leder vom Schaf:

  • Chevretten: Hierbei handelt es sich um eine Imitation des Chevreauleders gewonnen aus Schafen.
  • Mouton: Hier wird auf Basis von Schafen das Saffianleder imitiert.
  • Waschleder: Waschleder wird aus Lämmern gewonnen und wird extrem dünn ausgeschliffen. So ist es mit sehr geringem Qualitätsverlust waschbar und behält seine Weichheit.

Leder vom Schwein:

  • Porc: Auf Grund der geringen Qualität von Schweinsleder wird es hauptsächlich für Schuhe im unteren Preissegment verwendet. Trotzdem ist es strapazierfähig und beständig, was es auch für Gebrauchsschuhe attraktiv macht.
  • Peccary: Das Peccary Leder stammt von einer seltenen Wildschweinart aus dem Regenwald in Amazonien. Es ist sehr selten und somit teuer. Verwendet wird es hauptsächlich für hochwertige Handschuhe, Kleinlederwaren oder Luxuskleidung.

Ferner gibt es noch Leder das aus Pferden, Reptilien, Fischen, Sträußen und auch Elefanten gewonnen wird.

Berufe in der Branche Leder- und Schuhindustrie

Im Bereich der Lederindustrie gibt es viele handwerklich geprägte Berufe, die das gegerbte Leder weiterverarbeiten. Beispiele sind:

  • Taschner: Ein Taschner stellt aus Leder Gegenstände wie Taschen, Koffer oder andere Behältnisse her. Außerdem überzieht er Stühle mit Leder.
  • Feintäschner: Ein Feintäschner stellt Brieftaschen und Aktenmappen aus Leder her. Dieser Beruf ist in Deutschland nur noch sehr selten anzufinden, da sich auch hier die Produktion in günstiger produzierende Bereiche verlegt hat.
  • Sattler: Aufgabe des Sattlers ist es Gegenstände aus Leder herzustellen, die im Umgang mit Tieren verwendet werden können. Pferdesättel, Zaumzeug und Fahrgeschirr bilden hierbei nur einen kleinen Teil des Portfolios. Die Produktion von Autositzen und anderen Ausstattungsgegenständen für Boote und Autos zählen ebenfalls zum Aufgabenbereich. So ist zum Beispiel das Unternehmen Recaro, ein Autositzhersteller, aus einer Sattlerei entstanden.
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Regionale Verteilung

Wo sind die meisten Unternehmen der Branche Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen ansässig? Hier sehen Sie den aktuellen Vergleich, geordnet nach Bundesländern und Städten.

Branchenstruktur

Die Brancheneinteilung folgt der WZ-2008, der offiziellen Klassifikation der Wirtschaftszweige des Statistischen Bundesamtes. Die Zuordnung des Branchencodes wird von Creditreform auf der Basis der Handelsregistereintragung zum Gegenstand des Unternehmens (und ggf. weiterer Informationen) vorgenommen.

C: Verarbeitendes Gewerbe

Neugründungen und Insolvenzen

Die FirmenWissen-Datenbank enthält aktuelle Daten zu Neugründungen und Insolvenzen.

Firmenadressen – Herstellung von Leder, Lederwaren und Schuhen

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