US-Dollar: Zentralbanker verlieren Vertrauen

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Der US-Dollar: Zukunft ungewiss. (© Varina Patel - fotalia.com)

Die enorme Verschuldung der USA bringt den Dollar in die Bredouille: Finanzexperten glauben, dass er in den kommenden 25 Jahren seine Bedeutung als internationale Leitwährung verlieren könnte.

Der US-Dollar ist international das wichtigste Zahlungsmittel, manche Ökonomen bezeichnen ihn gar als Weltwährung. Sein Wert basiert jedoch (wie der Wert jeder Währung) auf Vertrauen - und genau daran mangelt es momentan gewaltig. Zu diesem Fazit kommt eine Befragung der Schweizer Bank UBS unter 80 Zentralbankern und Staatsfondsmanagern.

In der jährlichen Studie zeigten sich die Finanzfachleute, die gemeinsam über acht Billionen Dollar verwalten, erstmals pessimistisch. In den Jahren zuvor war die Mehrheit stets davon ausgegangen, dass die Stabilität des Dollar als weltweite Reservewährung unantastbar sei.

Schlechte Perspektive für die USA

"Die USA haben mittelfristig eine schlechte Perspektive. Aber auch andere Länder wie China oder Großbritannien haben Probleme. Wenn tatsächlich Panik auf den Märkten aufkommen sollte, dann wird der Dollar seine Renaissance erleben", glaubt Markus Fugmann, Chefanalyst bei der Actior AG. Auch Chinas Yuan käme als künftige Leitwährung nicht in Frage, weil sich das Land ob seiner Devisenreserven in großer Abhängigkeit befinde.

Schuld an dem aktuell so schlechten Image des Dollar und dem damit einhergehenden Vertrauensverlust ist vor allem die desaströse Haushaltslage der USA. Das zeigt sich auch am Dollar-Kurs: Allein in diesem Jahr ist die Währung um fünf Prozent abgerutscht - so tief wie noch nie zuvor. Die US-Staatsschulden zwingen die Inhaber von Dollar-Reserven, die Anlagen stärker zu streuen und im verstärkten Maße auf andere Währungen zu verteilen.

Umdenken setzt ein

In China setzt anscheinend bereits ein Umdenken ein: Die Volksrepublik soll von den 200 Milliarden Dollar, um die die Devisenreserven im ersten Quartal 2011 gewachsen sind, nur ein Viertel in den US-Dollar gesteckt haben. Dass der Dollar als Leitwährung schon bald ausgedient haben könnte, glaubt auch Weltbank-Präsident Robert Zoellick. Sein Lösungsvorschlag: Ein neues Währungssystem, das auf verschiedenen Leitwährungen wie dem Dollar, Euro, Pfund sowie dem Yuan basiert.

USA: Staatsschulden fast 100 Prozent des BIPs

Die finanzielle Situation der Vereinigten Staaten bleibt äußerst angespannt. Will das Land zahlungsfähig bleiben, müssen sich Demokraten und Republikaner auf eine Anhebung der Schuldengrenze einigen. Derzeit liegt das Limit für Kredite bei 14,3 Billionen Dollar (rund 9,9 Bill. Euro). Nicht nur der Fortbestand des Dollars als Leitwährung hängt davon ab, ob sich die Parteien einigen können. Das Land könnte, sofern keine Anhebung erfolgt, in eine Rezession rutschen - der Anfang einer neuen Krise.

Ein Blick auf die Statistik zeigt jedoch, dass die Obergrenze für neue Schulden seit 1962 ganze 72-mal angehoben wurde. Die Rating-Agenturen sprechen jedoch bereits die ersten Warnungen aus. Die Verschuldung hat jüngsten Zahlen zufolge 98,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der USA von 15,9 Billionen Dollar erreicht. "Vermutlich werden die USA so handeln wie immer: Wenn es eng wird, die Schuldenobergrenze anheben", kommentiert Fugmann. pte/SZ

Externe Links:

Homepage von UBS

Homepage der Actior AG





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