Volles Sparschwein: Deutsche horten fünf Billionen Euro
Noch nie hatten die Deutschen so viel auf der hohen Kante: Das Geldvermögen der privaten Haushalte ist im vergangenen Jahr auf 4,93 Billionen Euro angestiegen.
Die Deutschen haben im Vorjahr beinahe fünf Billionen Euro zur Seite gelegt. Das ist ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Jahr 2009. "Die positive Entwicklung der deutschen Konjunktur im Jahr 2010 ist ein Hauptgrund für den Anstieg", so Tanja Beller, Pressesprecherin des Bundesverbandes Deutscher Banken.
Anlagen in Aktien unbeliebt
Zwei Drittel und damit der Großteil des privaten Geldvermögens sind Spar-, Sicht-, Termineinlagen und Bargeld sowie Geldanlagen bei Versicherungen. Aktien werden bei den Anlegern immer unbeliebter. Obwohl die Börsenkurse gestiegen sind und das Aktienvermögen 2010 um 20 Prozent zugenommen hat, stecken nur fünf Prozent der Ersparnisse in Aktienpapieren.
Das liegt vielleicht auch an der Mentalität im Land: "Die Deutschen sind nun mal sicherheitsorientiert und risikoscheu", so Beller. Vor 50 Jahren, zu Zeiten des deutschen Wirtschaftswunders und bei deutlich niedrigerem Wohlstandsniveau, sei der Aktienanteil am Geldvermögen immerhin bei über 20 Prozent gelegen. Auch im internationalen Vergleich sei die Aktienquote niedrig.
Investmentfonds sind das Mittel der Wahl
Beliebter als die Anlage in Aktien oder festverzinslichen Wertpapieren sind Investmentfonds. Zwölf Prozent des privaten Geldvermögens in der Bundesrepublik (587 Milliarden Euro) sind so angelegt. Ansprüche aus Pensionsrückstellungen sowie Firmenbeteiligungen machen insgesamt 457 Milliarden Euro aus.
Negative Prognosen
Angesichts der überwiegend schlechten Nachrichten aus der Weltwirtschaft (Griechenlandkrise, schlechte Prognosen für die US-Wirtschaft) ist es ungewiss, ob die Privatvermögen im kommenden Jahr weiterhin so rasch wachsen werden.
Negative Signale kommen auch vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Dort sind die Konjunkturerwartungen für Deutschland im Juni 2011 um 12,1 Punkte gefallen und stehen nun bei einem Minus von 9,0 Punkten. Im Vergleich zum historischen Mittelwert von 26,3 Punkten eine deutliche Talfahrt.
Gesunken sei das Geldvermögen der Deutschen bisher aber nur zwei Mal, beruhigt Beller: „Im Jahr 2002 beim Platzen der Internet-Blase sowie im Zuge der Finanzkrise 2008.“ pte/SZ
Externe Links:
Grafische Übersicht über die privaten Spareinlagen in der Bundesrepublik


