Deutsche Forschung auf internationalem Spitzenplatz

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Deutsche Forschung hat weltweit einen hervorragenden Ruf - leidet aber an Frauenmangel. (Darren Baker, fotolia.de)

Die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) zieht Bilanz über den Pakt für Forschung und Innovation. Das Ergebnis: Die Investitionen zahlen sich aus, Deutschlands Wissenschaftssystem steht auf der Weltrangliste ganz oben.

Allen Krisen zum Trotz ist Wissenschaft in Deutschland erfolgreich und steht auch finanziell auf sicheren Beinen. Zu diesem Ergebnis kommt der von der GWK verabschiedete „Fünfte Monitoring-Bericht zum Pakt für Forschung und Innovation“.

Mit dem Pakt waren Bund und Länder die Verpflichtung eingegangen, in den Jahren 2006 bis 2010 ihre Zuwendungen an die großen Wissenschaftsorganisationen (Fraunhofer-Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Max-Planck-Gesellschaft, die Einrichtungen der Leibniz-Gemeinschaft sowie die Deutsche Forschungsgemeinschaft) jährlich um mindestens drei Prozent zu erhöhen. Diese Zusage wurde nicht nur eingehalten, sondern zur Freude der Forscher teilweise sogar deutlich übertroffen.

Investitionen trotz Finanzkrise

Die deutsche Wissenschaft belege heute im weltweiten Vergleich einen Spitzenplatz, heißt es in dem Bericht. Das liege auch daran, dass Staat und Wirtschaft sogar während der Finanzkrise vermehrt in Forschung und Entwicklung investiert haben - im Unterschied zu vielen anderen Industriestaaten.

Insgesamt haben Bund und Länder ihre Zuwendungen für die gemeinsame Förderung der fünf großen Wissenschaftsorganisationen von 2006 bis 2010 um 22 Prozent gesteigert. Die finanzielle Grundförderung dieser Einrichtungen ist damit auf 6,3 Milliarden Euro angestiegen.

Die verbesserte Grundausstattung hat die Forscher laut GWK in die Lage versetzt, vermehrt Drittmittel einzuwerben. Dabei handelt es sich um projektbezogene Förderungen von Bund, Ländern und der EU oder um Auftragsforschung für die Wirtschaft. Seit dem Jahr 2005 haben sich die Drittmittel um mehr als 50 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro erhöht.

Mittel besser einsetzen

Der Pakt bedeutet aber nicht nur mehr Geld. Im Gegenzug mussten sich die Wissenschaftsorganisationen verpflichten, mit ihren Mitteln besser zu haushalten. So sollen Effizienz und Qualität der Forschungsaktivitäten ausgebaut und die Vernetzung untereinander als auch mit Hochschulen und der Wirtschaft verbessert werden.

Die Organisationen haben sich auch verpflichtet, neue Forschungsbereiche strategisch und koordiniert zu erschließen und um die besten Nachwuchswissenschaftler aktiver zu werben. Insgesamt gibt der Monitoring-Bericht den Forschern in Deutschland sehr gute Noten:

  • Neue Themen und Forschungsfelder seien frühzeitig und erfolgreich besetzt worden: In der Forschung zur Elektromobilität, der Energiespeicherforschung und der Solarthermie gestalteten deutsche Forschungseinrichtungen die internationale Forschungsagenda.
  • Wissenschaftliche Publikationen aus Deutschland würden international beachtet: Publikationen der am Pakt teilnehmenden Wissenschaftsorganisationen lägen in ihrer Zitierhäufigkeit 20 - 60 Prozent über dem weltweiten Durchschnitt.
  • Die Einwerbung von Mitteln des Europäischen Forschungsrates (ERC-Grants) entwickele sich positiv: Im Jahr 2010 seien bereits 17 Prozent der „Advanced Grants“ nach Deutschland gegangen. Zwei Jahre früher seien es nur zehn Prozent gewesen.
  • Deutschland nehme hinter den USA und Japan den dritten Platz bei den Patentinhabern weltweit ein.

Es geht weiter

Von 2011 bis 2015 wird der Pakt für Forschung und Innovation fortgesetzt; in diesem Zeitraum steigern Bund und Länder ihre Aufwendungen für die Grundförderung der Wissenschaftsorganisationen jährlich noch einmal um fünf Prozent. Ein wichtiger Mangel, der im aktuellen Bericht thematisiert wird, wird wohl auch in dieser Zeit nicht vollständig behoben werden: die niedrige Frauenquote in allen Wissenschaftsorganisationen. SZ

Externe Links:

Vollständiger Monitoring Bericht 2011 der GWK zum Download

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