Banken setzen neue Bonus-Regeln nur schleppend um

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Trotz strengerer Auflagen steigen die Bonus-Zahlungen an Spitzen-Banker wieder an. (©JoachimWendler@fotolia.de)

Die Auflagen für Bonus-Zahlungen bei Kredit-Instituten sollten bessere Kontrollen und mehr Sicherheit auf den Finanzmärkten garantieren. Von einer flächendeckenden Umsetzung ist man hierzulande aber noch weit entfernt: Die Zusatzgehälter steigen weiter und haben wieder Vorkrisenniveau erreicht.

Trotz strengerer regulatorischer Auflagen steigen die umstrittenen Boni für Top-Banker wieder an. Das meldet die Unternehmensberatung Tower Watson. Die neuen Auflagen werden von den meisten Instituten - zumindest in Deutschland und Österreich - noch gar nicht umgesetzt.

Ähnlich wie die Finanz-Häuser an der Wall Street schrauben die Institute in der Bundesrepublik angesichts der positiven Entwicklung im Finanz-Sektor die variablen Gehälter also abermals kräftig nach oben. Nur die Wenigsten arbeiten weiterhin auf Sparflamme.

Anforderungen an Bonus-Zahlungen gestiegen

Die große Mehrheit - zwei Drittel der Banken - hat ihre Vergütungssysteme nach wie vor nicht endgültig an die neuen Regeln angepasst. Nur etwa ein Viertel hat die Änderungen der Spielregeln akzeptiert.

Dazu gehören angemessene Obergrenzen für das Verhältnis fixer und variabler Gehälter ebenso, wie die Berücksichtigung von Risikoaspekten bei der Erfolgsmessung und die Abbildung qualitativer Ziele bei der individuellen Mitarbeiterleistung. Zumindest die Anforderungen an die Auszahlung der diversen Boni sind laut Towers Watson "deutlich gestiegen".

In vielen Instituten sind die zusätzlichen Vergütungen so mittlerweile immerhin an die künftige Geschäftsentwicklung und den nachhaltigen Erfolg geknüpft. Anhand sogenannter Deferral-Regelungen werden Boni in der Regel jetzt mit einer Zeitverzögerung zwischen drei und fünf Jahren ausgezahlt.

Fast jede zweite Bank erhöht Auszahlungen

Zusätzlich zu den mehrheitlich um ein bis drei Prozent steigenden Grundgehältern sind die Bonus-Ausschüttungen aber wieder auf Vorkrisenniveau angekommen. Etwa ein Viertel der Banken zahlt nach wie vor gleich hohe Boni aus - nur 16 Prozent der Institute setzen auf geringere Vergütungen als im Jahr 2009. Fast die Hälfte und damit ein Großteil der Banken hat die Auszahlungen im Vorjahr aber angehoben. Vorkrisen-Routinen werden so wieder zum normalen Tagesgeschäft. pte/ SZ





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