Fusionen und Übernahmen: Klare Kommunikation ist oberstes Gebot

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Auch passiv beteiligte Mitarbeiter müssen bei Übernahmen genau informiert werden. (FotolEdhar@fotolia.de)

Ob Kauf oder Fusion: Oft werden betroffene Mitarbeiter nur schlecht oder unvollständig über Umgestaltungen informiert. Häufig entsteht so eine Atmosphäre der Unsicherheit, in der die Arbeitsleistung leidet.

Gerade einmal ein Drittel der Belegschaft, die bei einer Fusion oder Übernahme passiv mit der Integrationsstrategie in Berührung kommt, zeigt sich mit dem Ablauf des Vorgangs zufrieden. Das ergab eine Befragung der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting unter Fach- und Führungskräften großer und mittelständischer Unternehmen.

Die Chefs, die maßgeblich an Übernahmen und Fusionen mitwirken, zeigen sich zu immerhin 72 Prozent zufrieden mit dem Schritt. Aus einem einfachen Grund: "Die Beteiligten haben eine andere Erwartung als die Nichtbeteiligten", erklärt Jan Koppetsch von Steria Mummert Consulting. So wüssten die Mitarbeiter in der Regel nicht, welche Abstimmungen und komplexen Prozesse nötig seien, etwa zwischen den Anwälten, den Investmentbankern und den unterschiedlichen Akteuren bei den beiden Unternehmen.

Voraussetzung ist eine klare Zielsetzung

Bei Übernahmen und Fusionen entsteht so regelmäßig eine große Unsicherheit bei den Belegschaften. Auch, weil oftmals eine transparente Zielorientierung fehlt. Ohne ein festgelegtes Ziel kann die eingeschlagene Route schlecht kommuniziert oder erklärt werden. Mitarbeiter bleiben so im Unklaren und leiden unter der subjektiven Unsicherheit. Koppetsch hat bereits so manche Übernahmen von Unternehmen begleitet: "Aus meiner Erfahrung kann ich kein Beispiel nennen, wo es so abgelaufen ist, wie es zu wünschen wäre."

Hinzu kommt, dass auch Führungskräfte nur ungern schlechte Nachrichten überbringen. "Die Kommunikationsstrategie wird stiefmütterlich behandelt", kritisiert Koppetsch. Wenn sich alle Beteiligten über Integrationsziele im Klaren seien, dann sei auch die Kommunikation kein Problem.

„Schlechte Kommunikation ist direkte Wertminderung“

Chefs sollten ihre Mitarbeiter mit ins Boot holen, die Betroffenen müssen die Prozesse, die ihre Arbeitswelt nicht selten grundlegend umstellen, genau kennen und mit verfolgen können. In dem Unternehmen, das gekauft wird, sollten die Fusion sowie deren Folgen und Auswirkungen schnell vermittelt werden.

Bei der Übernahme durch ein fremdes Unternehmen können Angestellte leicht das Gefühl bekommen, den Kräften der Umgestaltung passiv ausgeliefert zu sein. Schlimmstenfalls kündigen Fachkräfte, die das Unternehmen aber dringend braucht. "Schlechte Kommunikation ist direkte Wertverminderung", warnt Koppetsch. pte/ SZ





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