Gehaltsverhandlung: Gute Chancen mit guten Argumenten

Die richtige Vorbereitung hilft, den Chef zu überzeugen

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Geht es ums Gehalt, sollten Arbeitnehmer nicht auf Konfrontationskurs gehen. Was zählt sind Leistungsbereitschaft, Teamfähigkeit und gute Argumentation. (Foto: Robert Kneschke©Fotolia.de)

„Über Geld spricht man nicht“ - so lautet ein Sprichwort. Doch hin und wieder lässt sich das nicht vermeiden, etwa bei Gehaltsverhandlungen. Für Arbeitnehmer ist das Gespräch um das eigene Gehalt meist eine nervenaufreibende Sache, die nicht selten in Frustration endet: Zwei von drei Arbeitnehmern sehen sich nach erfolglos verlaufenen Gehaltsverhandlungen nach einem neuen Job um.Dabei reicht oft eine gute Vorbereitung, um das Gespräch erfolgreicher zu machen.

Viele Arbeitnehmer reagieren frustriert und sogar wütend auf gescheiterte Gehaltsverhandlungen. Aus Sicht vieler Unternehmer ist dies aber nicht nur der Unnachgiebigkeit oder mangelndem Entgegenkommen seitens der Arbeitgeber geschuldet. Gehaltsverhandlungen seien vielmehr nur dann erfolgreich für beide Seiten, wenn sich die Mitarbeiter zuvor gewissenhaft auf die Gespräche vorbereiten. Dies sei oft nicht der Fall.

Den richtigen Zeitpunkt wählen

„Vorbereitung heißt, sich vor den Verhandlungen mit dem Chef genau überlegt zu haben, wo die eigenen Gehaltsvorstellungen liegen und ob sie überhaupt realistisch sind“, sagt karriere.at-Geschäftsführer Oliver Sonnleithner. Zudem sollte der Gesprächs-Zeitpunkt richtig gewählt sein: „Wenn der Betrieb in einer Krise steckt, fallen Gehaltsforderungen eher negativ auf.“ Vor dem Gespräch sollte der Arbeitnehmer außerdem noch einmal reflektieren, welchen persönlichen Beitrag er etwa zu erfolgreich abgeschlossenen Projekten geleistet hat. Aber auch die Bereitschaft des Arbeitnehmers, andere Kollegen im Job zu unterstützen und ihnen bei auftretenden Problemen weiterzuhelfen, wird in der Chefetage gerne gesehen. Übertriebener Ehrgeiz und Egoismus auf Kosten anderer sind somit fehl am Platz.

Überstunden können sich auszahlen

Außerdem sollte signalisiert werden, dass man sich nicht auf dem Erreichten ausruhen will, sondern weiter noch mehr Leistung bringen möchte. Dabei kann der Nachweis geleisteter Überstunden ein Überzeugungsargument sein. Für knapp 20 Prozent der Chefs wäre extra im Unternehmen abgeleistete Zeit ein Argument, eine Gehaltsaufstockung zu bewilligen. Arbeitgeber sollten in jedem Fall mit sich reden lassen.

Gehaltsverhandlungen sollten weniger als Hürde denn als Chance gesehen werden, sagt der Karriereexperte. Denn die meisten Mitarbeiter haben durchaus die Möglichkeit ihr Einkommen mitzubestimmen. Die karriere.at-Analyse zeigt, dass mit 57 Prozent mehr als die Hälfte der Unternehmer bereit ist, höhere Gehälter zu genehmigen, wenn der Arbeitnehmer gut vorbereitet in die Verhandlung kommt.

Mitarbeiterbindung durch leistungsgerechte Entlohnung

Der Anteil der Arbeitnehmer, die überstürzt reagieren und nach erfolglosen Verhandlungen sofort kündigen, fällt mit 2,2 Prozent gering aus. Weitere vier Prozent der Arbeitnehmer sind offenbar ähnlich impulsiv: Sie würden im Fall eines gescheiterten Gesprächs auf Konfrontationskurs gehen und dem Vorgesetzten ordentlich die Meinung sagen. Knapp ein Viertel der Befragten bleibt hartnäckig und will künftig noch härter arbeiten als zuvor, um das Ziel zu erreichen.

„Leistungsgerechte Entlohnung ist für die meisten Arbeitnehmer sehr wichtig. Chefs, die nur im Hinblick auf möglichst niedrige Mitarbeitergehälter verhandeln, tun sich so auf lange Sicht selbst nichts Gutes“, sagt Oliver Sonnleithner. Dem Experten zufolge hat die Bezahlung der Angestellten unmittelbare Auswirkungen auf die Mitarbeitermotivation, die Personalkontinuität und damit letztlich auf den gesamten Unternehmenserfolg.

Das Online-Job-Portal karriere.at hat 548 Arbeitnehmer und 134 Arbeitgeber in Österreich zu ihren Erfahrungen mit Gehaltsverhandlungen befragt.pte/MB

Externe Links:

Österreichisches Jobportal karriere.at




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