Die Zukunft des Einkaufens: Mobile Shopping und Outernet
Mobiles Internet eröffnet Käufern neue Möglichkeiten - Händler sollten sich darauf einstellen
Mit der Verbreitung von internetfähigen Smartphones wird sich auch das Kaufverhalten der Menschen ändern: Wer das Internet immer dabei hat, kann die Realität mit Informationen aus dem Netz verbinden. Experten prophezeien dem „Mobile Shopping“ ein rasantes Wachstum und raten dem klassischen Handel, die Entwicklung zum „Outernet“ nicht zu verschlafen.
Den Durchbruch des Mobile Commerce sagten Marketing- und Marktforschungs-Experten schon voraus, als Handys vor einigen Jahren webtauglich wurden. Bisher entwickelte sich der Markt eher langsam. „Doch das Wachstum von Mobile Shopping steht außer Frage“, sagt Achim Himmelreich von der Münchner Management- und Technologieberatung Mücke, Sturm & Company. Tempo und Intensität des Wachstums hängen aber noch von einigen Kriterien ab. Der klassische Handel sowie der bereits etablierte E-Commerce dürfen die Entwicklung zum „Outernet“, also die Verschmelzung von Online- und Offline-Welt, nicht verschlafen.
„Händler müssen mobile Strategie festlegen"
Denn mit zunehmender Verbreitung von internetfähigen Smartphones sind die Menschen nicht einfach nur „im Internet“. Sie bewegen sich in der Realität und erweitern diese durch Informationen, die sie online finden. Zu nennen wäre hier etwa der Einkauf beim Fachhändler, dessen Beratung durch User-Meinungen im Netz überprüft wird. Oder das Finden eines Ortes durch das Navigationssystem im Smartphone, auf dessen Karte Orte wie Shops, der Aufenthaltsort von Online-Freunden und Points-of-Interest angezeigt werden.
„Jetzt ist die Zeit für Händler, die Weichen zu stellen und ihre mobile Strategie festzulegen“, sagt Himmelreich. So bringt das Outernet neue Geschäftsmodelle hervor, die eine Bedrohung für den traditionellen Handel und klassisches Web-Shopping darstellen können: Schon jetzt müssen die Anbieter auf mobil abrufbare Websites mit Preisvergleichen etwa mit mehr Service reagieren.
Doch der stationäre Handel hat einen unschlagbaren Vorteil: Wie Studien belegen, steigt das Kaufinteresse, wenn der potentielle Käufer das Produkt anfassen und betrachten kann. Wenn dieser Vorteil mit denen des Online-Shoppings - etwa dem Preisvergleich und nahezu unbegrenzter Informationsvielfalt - kombiniert wird, hat der traditionelle Handel gegenüber dem E-Commerce gute Chancen.
Kaufstimulierung nach Aufenthaltsort
Der Durchbruch des mobilen Webs hat erst mit Smartphones, also größeren Screens, schnelleren Datenverbindungen und brauchbaren Betriebssystemen, richtig begonnen. Insbesondere dem Handel, aber auch dem Konsumenten eröffnen Techniken wie Near-Field-Communication und Location-Based-Services in einem nächsten Schritt neue Welten. Noch steckt die Technik in den Kinderschuhen. Durch die dem Standort folgenden Empfehlungen „wird das Besondere des Handys - dass der User mobil und an einem bestimmten Ort ist - aber erst genutzt“, sagt Himmelreich. Beide Techniken können eine Kaufstimulierung auf Basis des Aufenthaltsortes auf den Weg bringen.
Auf mobilen Geräten - wie Smartphones und Tablets sowie entsprechenden Plattformen - etwa mit Apps präsent zu sein, ist laut Himmelreich die Pflicht von E-Commerce-Anbietern. „Die Kür ist, das Angebot noch mit Location-Based-Services zu verbinden“ sagt der Fachmann. Dem Bundesverband des Deutschen Versandhandels (BVH) zufolge wurde 2009 bereits mehr online bestellt als auf klassischen Wegen wie Brief, Fax oder Telefon. In den kommenden Jahren schwillt allein Mobile Shopping nach Prognosen von ABI Research zu einem Massenmarkt mit einem Einkaufsvolumen von rund 119 Milliarden Dollar an.pte/ZU
Externe Links:
Homepage der Management- und Technologieberatung Mücke, Sturm & Company
Homepage des Bundesverbandes des Deutschen Versandhandels


