Übersetzungen: Besser gründlich und wirksam als schnell und billig

Maschinell übersetzte Texte können dem Image schaden

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Die Fremdsprachenkenntnisse aus dem letzten Sommerurlaub reichen meist nicht aus, um professionell mit Geschäftspartnern zu kommunizieren. (Foto: Ewe Degiampietro©Fotolia.de)

Die Übersetzung von Broschüren, Anleitungen, Internettexten und Pressemitteilungen in Fremdsprachen ist vor allem für kleinere Unternehmen ein leidiges Thema. Mit Wörterbuch- und Softwarehilfe gebastelte Übersetzungen sind zwar billig, aber wenig professionell. Wer sich bei seinen fremdsprachigen Geschäftskontakten nicht blamieren will, sollte in einen professionellen Übersetzer investieren.

Aus einer Gebrauchsanweisung für eine Luftmatratze: „Wenn das Wetter kalt ist, wird die Puff Unterlage sich langsam puffen. Entrollen die Puff Unterlage und liegen auf ihr, dann wird sie von der Wärme sich Inflationen bekommen.“ Wer hat nicht schon einmal eine ähnlich kuriose Übersetzung ins Deutsche gelesen? Als Kunde kann man darüber schmunzeln oder sich ärgern - für das Unternehmen, das den Text so übersetzen ließ, ist der Text peinlich und schlecht fürs Geschäft. Gute oder schlechte Übersetzungen können für den Geschäftserfolg entscheidend sein.

Schulenglisch reicht selten aus

Für Firmen, die nur einzelne Wörter, Sätze oder einfache Textpassagen übersetzen müssen, mag es ausreichen, auf ihr Schulenglisch, ein Wörterbuch und ein Übersetzungsprogramm zurückzugreifen. Eine grobe Übersetzung, etwa von innerbetrieblichen E-Mails, ist so meist gut möglich. Ganz anders liegen die Dinge, wenn ein Unternehmen Informationsmaterial über sich und seine Produkte oder Dienstleistungen auf diese Art übersetzt. Ein Computerprogramm - und sei es noch so weit entwickelt - kann zwar Wörter direkt übersetzen, erkennt aber in der Regel keine inhaltlichen Zusammenhänge, Satzstrukturen oder komplexere grammatikalische Regeln.

Hilfe vom Profi macht sich bezahlt

Emotionen, Stimmungen und Botschaften „zwischen den Zeilen“ gehen durch diese technische Form der Übersetzung schnell verloren. Und ein technisches Hilfsmittel ist immer nur so gut wie derjenige, der es bedient. Ohne eine Nachbearbeitung der Texte durch einen Profi geht es deshalb meist nicht. Andernfalls droht die Blamage, wenn Kunden und Geschäftspartner durch dilettantisch und irritierend übersetzte Texte vorgesetzt werden. So zahlt es sich am Ende also aus, direkt auf die Arbeit eines fachlich ausgebildeten Profis zu vertrauen.

„Ein maschinell übersetzter Text ist im übertragenen Sinne wie ein Mensch, der im Gespräch mit dem Kunden die Sonnenbrille aufbehält, die Hände in den Taschen vergräbt und nuschelt - das ist Ausdruck mangelnder Achtung gegenüber dem Leser“, sagt Marie-Claire Beckx, Übersetzerin und Dolmetscherin aus Hamburg. Und selbst die beste Technik hilft bei komplexen Übersetzungsthemen wenig, wenn Fachtermini und spezielle Wordings berücksichtigt werden müssen.

Zehn Fragen an den Übersetzer

Doch wie erkennt man einen professionellen Übersetzer? Eine Internetrecherche kann eine Vorauswahl liefern. Ein entsprechendes Hochschulstudium, etwa mit einem Abschluss als Diplom-Übersetzer, sollte der Dienstleister ebenfalls vorweisen können. Wichtig sind auch Zusatzqualifikationen und Referenzen im gewünschten Themenfeld. Im Gespräch sollte man dann ein paar Punkte klären; mit etwas Glück reichen zehn Fragen, um den passenden Übersetzer zu finden:

    1. Zeigt sein Auftreten Leidenschaft für Sprache?
    2. Hat er sich spezialisiert und kann auf entsprechende Fachkenntnisse hinweisen?
    3. Welche Fachkenntnisse muss er haben?
    4. Was sagen Kollegen oder Kunden über seine Arbeitsweise?
    5. Was ist seine Qualifikationen als Übersetzer (Studium, Referenzen)?
    6. Arbeitet er allein, wer sind eventuelle Co-Übersetzer?
    7. Ist er bereit, eine Probeübersetzung zu machen?
    8. Weist er auch auf Unstimmigkeiten im Ausgangstext oder ausdrücklich auf Stellen hin, die er inhaltlich überprüft haben möchte?
    9. Wie ist der Arbeitsablauf bzw. das Qualitätsmanagement?
    10. Denkt er mit oder übersetzt er wie eine Maschine?

MB

Externe Links:

Übersetzer finden über den Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ)





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