Wir-Gefühl macht Familienunternehmen erfolgreich
Studie zeigt: Familienunternehmen profitieren vom „identitätsstiftendem Wertesystem“
95 Prozent aller deutschen Betriebe sind Familienunternehmen
Das Beratungshaus Auxilion hat in seiner Studie "Familienunternehmen 2010/2011" die Erfolgsfaktoren deutscher Familienunternehmen untersucht. Befragt wurden 127 Führungskräfte deutscher Familienunternehmen sowie von Kapitalgesellschaften mit breit gestreuten Eigentumsanteilen.
Das Ergebnis der Studie: Der wichtigste Erfolgsfaktor ist nach Ansicht von 84 Prozent der Befragten die Einheit von Eigentum und Führung. Demnach ist nicht die Größe eines Unternehmens ausschlaggebend für dessen Erfolg, sondern der bestimmende Einfluss der Unternehmerfamilie. Er ist die Grundlage für die Eigenheiten von Familienunternehmen, die sie erfolgreicher als Publikumsgesellschaften machen. Voraussetzung für den Erfolg ist jedoch, dass Familienunternehmen die richtige Balance zwischen Familien- und Unternehmensinteressen finden.
Familienunternehmen beschäftigen mehr als die Hälfte aller Erwerbstätigen
Laut einer Studie des Instituts für Mittelstandsforschung Bonn sind Familienunternehmen in Deutschland weit verbreitet. Etwa 95 Prozent aller deutschen Betriebe werden als Familienunternehmen geführt, und sie stellen 57 Prozent der Arbeitsplätze.
Ein weiteres Ergebnis der von Auxilion durchgeführten Umfrage ist die Aussage von 81 Prozent der Befragten, das identitätsstiftende Wertesystem der Familienunternehmen gehöre zu den wichtigsten Erfolgsfaktoren. Demnach pflegten von Eigentümern geführte Unternehmen stärker als Publikumsgesellschaften eine Unternehmenskultur, die auf nachhaltigen Erfolg, regionale Verankerung, Wertschätzung der Mitarbeiter und ein Wir-Gefühl im Unternehmen ausgerichtet ist.
Probleme: Generierung von Fremdkapital und Unternehmensnachfolge
76 Prozent der Befragten sehen in der langfristigen Orientierung einen der bedeutendsten Erfolgsfaktoren der Familienunternehmen. So stehen bei diesen nicht die Interessen der Anleger und die kurzfristige Gewinnorientierung im Mittelpunkt, sondern die generationenübergreifende Sicherung des Unternehmens. Damit einher gehen bewährte Geschäftsprinzipien, gewachsene Kunden- und Lieferantenbeziehungen sowie die langfristige Bindung der Mitarbeiter. Dabei müssen Familienunternehmen jedoch flexibel genug bleiben, um auf neue Anforderungen reagieren zu können.
Familienunternehmen sind finanziell anders aufgestellt als Publikumsgesellschaften, da sie größeren Wert auf finanzielle Eigenständigkeit legen. 71 Prozent der Befragten sehen in der höheren Eigenkapitalquote der Familienunternehmen einen zentralen Erfolgsfaktor, da diese sie unabhängiger von Fremdkapital und externen Einflüssen auf Unternehmensentscheidungen macht. Allerdings ist es für Familienunternehmen im Bedarfsfall auch schwerer, Fremdkapital zu generieren. Zudem müssen sie bei der Nachfolge die Erbschaftssteuer einkalkulieren, auch ist die Unternehmensübergabe an die nächste Generation nicht immer einfach (siehe FirmenWissen-News zur Unternehmensnachfolge). ZU


