E-Postbrief gestartet: Zwischen Brief und E-Mail
„Unternehmen können bis zu 60 Prozent Kosten für die Postbearbeitung sparen“
Heute hat die Deutsche Post den neuen Dienst „E-Postbrief“ gestartet, der die Vorteile von klassischen Brief und elektronischer E-Mail verbinden soll. Das Projekt klingt vielversprechend. Doch ob es funktionieren wird, hängt vor allem davon ab, wie viele Menschen mitmachen. Denn der neue Service nützt den Absendern nur, wenn es auch Empfänger gibt.
Die Deutsche Post hat heute einen neuen Dienst gestartet: den E-Postbrief. Er soll die Vorteile des Briefes - Vertraulichkeit und Verlässlichkeit - mit denen der E-Mail - schnell, digital - verbinden. Ab sofort können sich Privat- und Geschäfts-Kunden ihre persönliche E-Postbrief-Adresse sichern. "Wir machen sichere Schriftkommunikation im Internet für jedermann möglich", sagt Frank Appel, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post DHL.
Mit dem E-Postbrief könnten Privatpersonen, Unternehmen und Verwaltungen sicher im Internet miteinander kommunizieren, lässt die Deutsche Post mitteilen. Der E-Postbrief sei genauso verbindlich wie der Brief, dabei aber so schnell wie eine E-Mail.
E-Postbrief kostet so viel wie ein normaler Brief
Ein E-Postbrief kostet genau wie der herkömmliche Brief 55 Cent. Nutzer können wählen, ob ihr Brief elektronisch an ein anderes E-Postbrief-Konto zugestellt wird oder von der Deutschen Post ausgedruckt und per Briefträger zugestellt wird. Dabei bleibt der Preis der gleiche. Zusatzleistungen wie Einschreiben oder Farbausdrucke werden extra berechnet.
Unter www.epost.de können Nutzer kostenlos ihre persönliche E-Postbrief-Adresse reservieren. Die Adresse besteht aus Vor- und Nachname und der Endung "@epost.de". Eine Nummer hinter dem Nachnamen verhindert Verwechselungen bei Namensgleichheit.
"Spam-Mail ist nicht möglich"
Alle Nutzer müssen sich per Postident-Verfahren mit Personalausweis oder Reisepass in einer Postfiliale identifizieren - erst dann wird das E-Postbrief-Konto freigeschaltet. So wird die Identität der User festgestellt. Anonyme Mails, Spams oder Adressdiebstahl seien beim E-Postbrief daher nicht möglich, sagt die Deutsche Post.
Unternehmen und Verwaltungen könnten mit dem E-Postbrief ihren Kundenservice verbessern und Geld einsparen, versichert die Post. Um bis zu 60 Prozent ließen sich die Kosten für die Postbearbeitung durch den Einsatz des E-Postbriefs drücken.
Abwägung von Nutzen und Aufwand
Der Softwarekonzern SAP plant, den E-Postbrief an seine Personalmanagement-Software „SAP ERP HCM“ anzubinden. Damit könnten Unternehmen Entgeltnachweise elektronisch oder als hybriden E-Postbrief an ihre Mitarbeiter versenden. Außerdem werden Anwendungsszenarien im Bereich der Software für die öffentliche Verwaltung geprüft. "Die Einbindung des E-Postbriefs in die SAP-Software stellt aus unserer Sicht einen wichtigen Schritt hin zur Schaffung von durchgehenden elektronischen Geschäftsprozessen zwischen Unternehmen, ihren Mitarbeitern, Behörden und Bürgern dar", sagt Kerstin Geiger von SAP.
Ob der neue Brief-Dienst ein Erfolg wird, hängt wohl vor allem davon ab, wie viele Kunden sich anmelden. Ein Unternehmen wird nur dann auf die E-Mail-Brief-Lösung umsteigen, wenn ausreichend viele Kunden und Mitarbeiter den neuen Service nutzen. Andernfalls ist der Aufwand gegenüber dem Nutzen wohl zu groß. ZU
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