Begriff "Kostensenkung" drückt Aktienkurs

Unternehmen sind langfristig erfolgreich, wenn sie nicht nur auf Wachstum setzen

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Im Spiel führt egoistisches Handeln zum Erfolg in der Wirtschaft sollten sich Manager mehr an den Bedürfnissen des Marktes orientieren. (Foto: Kathrin39©.fotolia.de)

Wie wird nachhaltiges Unternehmenswachstum generiert? Nicht durch kurzfristige Kostensenkungsmaßnahmen. Das ist das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Keylens: Ein schlechter Aktienkurs hänge nachweislich mit den Begriffen Stellenabbau und Kostensenkung zusammen. Bei manchen Unternehmen fehle außerdem die Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden.

Investoren, die sich mit ihrem Geld langfristig an der Börse engagieren wollen, sollten sich von Unternehmen fernhalten, die in Krisen vermehrt Stellen abbauen, um kurzfristig Ausgaben zu drücken. Wie die Düsseldorfer Unternehmensberatung Keylens herausgefunden hat, fällt der Aktienkurs von Konzernen über mehrere Jahre betrachtet um so stärker, je öfter das Thema Kostensenkung kommuniziert wird. Spekulanten hingegen, die kurzfristige Gewinne erwirtschaften möchten, profitieren, wenn Unternehmen einen Stellenabbau oder die nächste Werksschließung ankündigen.

Wer nur an Wachstum denkt, verliert.

"Die ständige Ankündigung von notwendigen Kosteneinsparungen wirkt sich kontraproduktiv auf die langfristige Aktienkursentwicklung aus. Dies lässt sich evident in den verschiedensten Branchen nachvollziehen", so Studienautor Ingmar Brunken. Brunken zufolge lasse sich daraus eine totale Ausrichtung auf Wachstum und die gleichzeitig fehlende Orientierung an den Bedürfnissen der Kunden ableiten, was sich langfristig gesehen nicht auszahle. "Deutlich lässt sich dies in der Automobilindustrie erkennen", sagt Brunken.

So stieg der Wert der Volkswagen-Aktie seit 1998 um 207 Prozent. Das Wort "Kostensenkung" tauche in zwölf Jahren nur in jeder zehnten Meldung der Wolfsburger auf. Beim schwer angeschlagenen US-Autoriesen General Motors hingegen kam der Begriff in 17 Prozent aller Meldungen des Konzerns vor - und das nicht nur 2009, dem Jahr der Insolvenz. Eine direkte Wechselbeziehung zwischen der Verwendung von „Sparbegriffen“ und dem Aktienkurs liege nahe. Daraus wiederum schließt Keylens, dass einer Top-Positionierung am Aktienmarkt eine nachhaltige Unternehmensstrategie zugrunde liegen muss.

„Manager entscheiden im eigenen Interesse“

Die Schuld für sinkende Kurse sei häufig nicht in den Marktbedingungen, sondern bei den Managern zu suchen. "Oft hängt die Entwicklung des Kurses direkt von internen Entscheidungen ab. Als Problem hat sich in vielen Fällen jedoch herausgestellt, dass viele Manager im Interesse ihrer eigenen Karriere und nicht des gesamten Unternehmens handeln", sagt Strategieberater Brunken. Erst der langfristige Fokus auf die Qualität und Weiterentwicklung von Produkten sei zielführend. Die erfolgreichsten der untersuchten Unternehmen in 23 Branchen setzen Themen zudem marktorientiert. Die Berichterstattung über neue Produkte wirkt demnach kursstützend. ZU

Externe Links:

Homepage der Keylens AG


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