Mitarbeiterorientierte Unternehmen sind erfolgreicher
Wettbewerb zeigt: Gutes Arbeitsklima zahlt sich aus
Im bundesweiten Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2010“ sind besonders arbeitnehmerfreundliche Unternehmen ausgezeichnet worden. Personalexperten kommentieren: Mitarbeiterorientierung sei nicht nur für den aktuellen Erfolg wichtig, sondern auch essentiell, um in Zukunft am Markt bestehen zu können.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat die Gewinner des bundesweiten Wettbewerbs „Deutschlands Beste Arbeitgeber 2010“ unter Federführung des Kölner „Great Place to Work Institute Deutschland“ gewürdigt. Insgesamt wurden 100 von 235 bewerteten Unternehmen aller Regionen, Branchen und Größenklassen für ihre besondere Qualität und Attraktivität als Arbeitgeber ausgezeichnet.
Das Institut führt den Wettbewerb seit 2002 jährlich durch und ehrt die besten Arbeitgeber Deutschlands. Dabei konnten sich dieses Jahr unter den Großunternehmen mit mehr als 5000 Beschäftigten der Münchener Telekommunikationskonzern Telefónica O2 Germany, die Techniker Krankenkasse aus Hamburg und der Kölner AXA Konzern platzieren. In der Größenklasse der Unternehmen zwischen 2000 und 5000 Mitarbeitern erreichten der Multi-Technologiekonzern 3M Deutschland aus Neuss, der Solartechnikhersteller SMA Solar Technology aus Niestetal und Microsoft Deutschland mit Sitz in Unterschleißheim die Medaillenränge. In weiteren Kategorien schafften es unter anderem das Berlin-Brandenburger Altenpflegeunternehmen domino-world, der Dentalprodukte-Spezialist 3M ESPE AG aus Seefeld und der Berliner Logistikdienstleister 4flow AG auf die vorderen Plätze.
Mittelfristig Mangel an Arbeitskräften
„Deutschlands besten Arbeitgebern ist es trotz Wirtschaftskrise gelungen, ein hohes Maß an Mitarbeiterorientierung aufrecht zu erhalten", sagte Frank Hauser, Leiter des Great Place to Work Institute Deutschland. „Sie haben erkannt, dass eine vertrauensvolle Beziehung zu den Beschäftigten kein Luxus ist, sondern eine zentrale Grundlage für eine erfolgreiche Leistungsgemeinschaft im Unternehmen", so Hauser weiter.
„Der Wettbewerb zeigt: Mitarbeiterorientierte Firmen sind im Schnitt wirtschaftlich erfolgreicher als andere“, kommentiert das „Handelsblatt“ die Wettbewerbsergebnisse. „Drei Viertel der besten 100 bewerten ihre Gewinnentwicklung im Branchenvergleich überdurchschnittlich. Die meisten bauten selbst im Krisenjahr Stellen auf. Sie wissen: Gutes Personal wird immer knapper. Laut Prognos-Studie dürften hierzulande schon 2015 fast drei Millionen Arbeitskräfte fehlen, 2030 fünf Millionen“, schreibt das Handelsblatt.
13. Monatsgehalt reicht nicht mehr
„Um Leistungsträger zu locken und zu binden, reicht die Stellenausschreibung mit den üblichen Sozialleistungen und angenehmem Betriebsklima nicht mehr aus“, sagt der Düsseldorfer Personalexperte Udo Nadolski. Der Geschäftsführer des auf Technical Recruitment und Outsourcing Services sowie Strategic Leadership spezialisierten Beratungshauses Harvey Nash ist sicher, dass es mehr braucht als das 13. Monatsgehalt, um heute als Top-Arbeitgeber zu gelten.
„Benefits, Nebenleistungen, Bonusausschüttungen, Gesundheits- und Kinderbetreuungsprogramme, Altersvorsorge, Entwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten gehören zum Paket, um als Arbeitgeber gefragt zu sein und Abwanderungstendenzen entgegen zu wirken“, sagt Udo Nadolski, „aber auch Werte, Glaubwürdigkeit, Fairness sind wichtig. Weil immer mehr Arbeitnehmer ihre Work-Life-Balance zum Kriterium für ihren Arbeitsplatz machen, ist der Faktor Einkommen nicht mehr der einzig entscheidende. Das gilt besonders für Leistungsträger und High Potentials, für die ein positives Arbeitsumfeld und ein gutes Betriebsklima zählen.“ ZU


