Sicherheit am Arbeitsplatz zahlt sich aus
Wie sich unfall- und krankheitsbedingte Arbeitsausfälle vermeiden lassen
Der Arbeitsplatz im Büro scheint frei von Gefahren zu sein: am Schreibtisch sitzend - was soll da schon passieren? Doch Treppenstürze, wackelige Regale oder defekte Elektrogeräte sorgen auch hier für viele Arbeitsunfälle. Kommt es zum Unfall, müssen Arbeitgeber neben finanziellen Einbußen eventuell auch mit juristischen Konsequenzen rechnen. Investitionen in Sicherheit und Gesundheitsschutz rentieren sich deshalb schnell. Der TÜV Süd gibt Tipps, wie ein Arbeitsplatz sicherer gestaltet werden kann.
Die Hauptursachen von Bürounfällen sind Unordnung, abgestellte Hindernisse, Treppen und Absätze sowie abgenutzte oder rutschige Böden. Auch das Abstellen und Erreichen von Ordnern oder Büchern in oder auf hohen Regalen ist nicht ungefährlich, vor allem wenn dabei auf den Drehstuhl als Aufstiegshilfe zurückgegriffen wird. Daher sollten Arbeitgeber ihre Mitarbeiter regelmäßig unterweisen, worauf sie zu achten haben, ein offenes Ohr für Probleme haben und eine optimale Arbeitsausstattung zur Verfügung stellen.
Notausgänge und Verkehrswege sollten nicht mit Kartons oder anderen Materialien zugestellt werden, um in Notsituationen das schnelle Verlassen des Raums beziehungsweise Geländes gewährleisten zu können. Außerdem dürfen nur stabile Tritte oder Leitern benutzt werden, damit auch höher gelegene Regale problemlos zugänglich sind. Um schmerzhafte Verletzungen zu vermeiden, sollten Regale nicht über Arbeitsplätzen und in Kopfhöhe angebracht und Schranktüren und Schubladen immer sofort wieder geschlossen werden.
Keine Billiggeräte nutzen
Zu den Aufgaben des Arbeitgebers gehört es, Böden und Treppen in einwandfreiem Zustand zu halten, damit es zu keinen Sturzunfällen kommt. Auch lose liegende Teppiche sind gefährlich, da man wegrutschen oder über eine aufgeschlagene Ecke stolpern kann. Sie sollten also entweder entfernt oder sicher befestigt werden.
Bei Elektrogeräten muss auf Qualität geachtet werden, da bei Billiggeräten die Gefahr der Überhitzung und damit Brandgefahr besteht. Um sicher zu gehen, sollte man beim Einkauf auf das GS-Zeichen achten. Steckdosenleisten dürfen nicht überbelastet werden. Bei Störungen an elektrischen Geräten diese immer sofort ausschalten und den Stecker ziehen. Elektrogeräte müssen regelmäßig durch eine Fachkraft kontrolliert werden.
Gesetzliche Vorgaben beachten
Für Arbeitgeber gilt die Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV). Diese enthält arbeitsschutzrechtliche Bestimmungen für die Einrichtung von Arbeitsstätten und damit auch von Büros. Die Vorschriften sind in allgemeinen Grundanforderungen und Schutzzielen festgehalten. Bestandteil sind unter anderem Regelungen zu den Arbeitsbedingungen, zu bestimmten Räumen, zum Beispiel Pausenräumen sowie allgemeine bauliche Anforderungen wie Abmessungen, Türen und Sicherheitskennzeichnungen.
Gesetzlich im Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) vorgeschrieben ist auch eine sogenannte „tätigkeitsbezogene Gefährdungsbeurteilung“. Die ermittelten Gefährdungen müssen durch geeignete Schutzmaßnahmen so weit wie möglich behoben und die Mitarbeiter über bestehende Restrisiken informiert werden.
Vor allem viele Klein- und Mittelbetriebe sind mit dieser Aufgabe oft überfordert. Daher gibt es bei staatlichen Arbeitsschutzbehörden, dem TÜV und vielen Unfallversicherungsträgern kostenlose Handlungshilfen und Checklisten. Nimmt man dieses Angebot in Anspruch, kann man sicher gehen, dass die eigene Arbeitsstätte den gesetzlichen Vorschriften entspricht und die Mitarbeiter einen möglichst sicheren Arbeitsplatz haben, rät der TÜV Süd.
400 Euro Verlust pro Tag
Den Arbeitgeber kostet ein Arbeitsunfähigkeitstag laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin im Schnitt 400 Euro. Aus finanzieller Sicht hat ein effizientes Gesundheits- und Sicherheitsmanagement also nur Vorteile. Direkter Nutzen sind Einsparungen durch die verbesserte Gesundheit, denn Arbeitsunfähigkeit und Fehltage gehen deutlich zurück. Indirekter Nutzen sind sinkende Gesundheitsvorsorgekosten, eine verbesserte Lebensqualität der Mitarbeiter und eine erhöhte Produktivität.
Sind die Mitarbeiter weniger krank, wirkt sich dies auch auf die Qualität und die fristgerechte Fertigstellung der Aufträge aus. Dem gegenüber steht noch weiterer Nutzen: So steigert ein gutes betriebliches Gesundheitsmanagement die Arbeitsmoral und Motivation der Mitarbeiter.
All dies ist für Unternehmen ein nicht zu unterschätzender Wettbewerbsvorteil. Denn Mitarbeiter, die sich an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen, wechseln seltener den Arbeitgeber. Das wiederum erspart Kosten für Neueinstellungen und Einarbeitungszeit neuer Mitarbeiter. KoZu
Externe Links:
Alle Infos zum Thema Arbeitsschutz vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales.


