Dienstleister der Informationsgesellschaft: Rückgang der Nachfrage ist häufigste Folge der Wirtschaftskrise
Ergebnisse der Konjunkturumfrage des Verbandes der Vereine Creditreform und des ZEW im Wirtschaftszweig "Dienstleister der Informationsgesellschaft"
Neuss / Mannheim, 12.10.2009
Die Wirtschaftskrise hat Anfang des Jahres 2009 auch die Dienstleister der Informationsgesellschaft erreicht. Etwa 88 Prozent aller Unternehmen des Wirtschaftzweigs, zu dem die wissensintensiven und die IKT-Dienstleister gehören, geben an, von der aktuellen Wirtschaftskrise betroffen zu sein. Dabei reicht die Betroffenheit von geringfügig bis sehr stark. Dies ist das Ergebnis einer Umfrage bei den Dienstleistern der Informationsgesellschaft, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim, in Zusammenarbeit mit dem Verband der Vereine Creditreform, Neuss, im September 2009 durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).
"Am stärksten trifft die Wirtschaftskrise die Unternehmen durch den Rückgang der Nachfrage", sagt Miruna Sarbu, Wissenschaftlerin am ZEW. "Zahlungsschwierigkeiten der Kunden werden von den betroffenen Unternehmen als zweithäufigste Folge der Wirtschaftskrise benannt. Immerhin noch noch knapp die Hälfte der Firmen, die die Krise spüren, berichten von Investitionschwierigkeiten, die sich unter anderem aufgrund von Problemen bei der Beschaffung von Kapital ergeben", sagt Miruna Sarbu.
Eine Ausnahme bei diesem Ranking der Krisenfolgen stellen allerdings die Steuerberater und Wirtschaftsprüfer dar. In dieser Branche nennen die von der Wirtschaftskrise betroffenen Unternehmen Zahlungsschwierigkeiten ihrer Kunden als häufigste Krisenerscheinung. Unter Nachfragerückgängen und Investitionsschwierigkeiten leiden diese Unternehmen dagegen weniger.
Die IKT-Dienstleister, hierzu gehören Softwareunternehmen, IT-Dienste, IKT-Händler und Telekommunikationsdienstleister, sowie die wissensintensiven Dienstleister, also Unternehmen der Branchen Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, Unternehmensberatung, Architekturbüros, technische Beratung und Planung, Forschung und Entwicklung und Werbung, nutzen diverse Strategien, um die Folgen der Wirtschaftskrise abzumildern. Knapp 80 Prozent von ihnen versuchen die Krisenfolgen durch effizientere Arbeitsabläufe zu bewältigen. Als weitere Strategie zur Krisenbewältigung setzt eine Mehrheit der Unternehmen auf die Entwicklung und das Angebot neuer Dienstleistungen, auf die Umstrukturierung zum Zwecke der Kostensenkung und auf die Nutzung von Beziehungen. Dagegen greifen die von der Krise betroffenen Unternehmen zur Bekämpfung der Krisenfolgen eher selten auf Kurzarbeit, Personalabbau oder die verstärkte Internationalisierung zurück.
Ihre Ansprechpartner beim ZEW
ZEW - Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
Frau Miruna Sarbu
Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien L 7, 1
68161 Mannheim
Tel.: 06 21 / 12 35-334
Fax: 06 21 / 12 35-333
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Über das ZEW
Das ZEW wurde im Jahr 1991 in einer gemeinsamen Initiative der baden-württembergischen Landesregierung, der Landeskreditbank Baden-Württemberg und der Universität Mannheim gegründet. Die Forschungsausrichtung liegt im einzelwirtschaftlichen Bereich, der Branchenanalyse und der Ökonometrie. Rund 80 Wissenschaftler sind am ZEW in den Forschungsbereichen Internationale Finanzmärkte, Arbeitsmärkte, Industrieökonomik, Unternehmensbesteuerung und Umweltökonomik tätig.
Die Forschungsgruppe Informations- und Kommunikationstechnologien beschäftigt sich mit den Auswirkungen moderner Informations- und Kommunikationstechnologien auf die Wirtschaft. Den Schwerpunkt der Analysen bilden dabei industrie- und arbeitsmarktökonomische Fragestellungen.
Zur Systematik / Anmerkung zur Hochrechnung
Der ZEW-IDI wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW-Indikators der Dienstleister der Informationsgesellschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.
Downloads unter www.creditreform.de.
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