Creditreform Wirtschaftsindikator Analyse des 4. Quartals 2008 und Konjunkturausblick

Mittelständische Wirtschaft im Abwärtssog der Krise - Pessimistische Unternehmen in der Mehrzahl

Neuss, 13.02.2009

Die mittelständischen Unternehmen werden von der Wirtschafts- und Finanzkrise eingeholt. Aufgrund der sich rasant verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen spüren die Unternehmen bereits deutliche Einschläge bei Bestelleingängen sowie Umsatz- und Ertragszahlen. Der Ausblick auf die kommenden Monate ist so pessimistisch wie seit fast vier Jahren nicht. Nach einem Minus von 2,6 Zählern auf 7,8 Punkte zeigt der Creditreform Wirtschaftsindikator am Jahresende 2008 einen deutlichen Abwärtstrend an.

Passabler Jahresabschluss - die kommenden Monate werden schlimm
Die aktuelle Geschäftslage beurteilt eine Mehrheit der mittelständischen Unternehmen mit überwiegend guten Noten. Der Lageindex notiert mit 19,0 Punkten 7,7 Zähler schwächer als im Vorquartal und 11,4 Punkte unter dem Vorjahresstand. Bei der Einschätzung der künftigen Geschäftsentwicklung haben die pessimistischen Unternehmen die Oberhand gewonnen. Der Teilindex der Erwartungen rutscht mit -4,0 Punkten in den negativen Bereich. Die Investitionsneigung der Unternehmen verharrt knapp unterhalb des langjährigen Mittelwertes.

Insolvenzgefahren nehmen zu - Zahlungsmoral verschlechtert
Die Insolvenzanfälligkeit der deutschen Unternehmen ist im vierten Quartal 2008 erneut leicht gestiegen. Der Creditreform Risiko Indikator (CRI), das zentrale Maß für das Insolvenzrisiko, liegt mit 2,22 Punkten über dem Vorquartalswert (2,17). Derzeit weisen pro 10.000 Unternehmen 222 Firmen ein Negativmerkmal auf, etwa einen massiven Zahlungsverzug oder einen Insolvenzantrag.

In den zurückliegenden Monaten wurde eine bereits überfällige Rechnung von den Unternehmen nach durchschnittlich 13,9 Tagen beglichen. Damit haben die Zahlungsverzögerungen gegenüber dem Vorjahr (12,9 Tage) erheblich zugenommen. Die durchschnittliche Bonität der Unternehmen blieb vorerst unverändert.

Bau und Dienstleistungen sorgen für ein wenig Stabilität
Industrie und Handel spüren einen deutlichen Konjunkturabschwung. Bau und Dienstleistungen sorgen für etwas Stabilität. In Chemieindustrie und Metall- und Elektrobranche rutschen die Konjunkturindikatoren auf den niedrigsten Stand seit drei Jahren. Der Verkehrs- und Logistiksektor steht zum Jahresende 2008 vollends in einer Rezession. Leicht nach oben zeigt allein das Branchenbarometer der personenbezogenen Dienste.

Methodik

Der Creditreform Wirtschaftsindikator setzt sich aus den vier Einzelkomponenten Geschäftsklima, Zahlungsverhalten, Bonität und Insolvenzanfälligkeit zusammen. Zur Einschätzung der konjunkturellen Gesamtsituation berücksichtigt der Creditreform Wirtschaftsindikator zahlreiche Finanzinformationen sowie Daten zur Unternehmensstabilität aus der Creditreform Wirtschaftsdatenbank und verknüpft diese mit empirischen Ergebnissen aus regelmäßigen Unternehmensbefragungen. Indikatorwerte über Null zeigen ein wirtschaftliches Wachstum an, negative Werte entsprechen einer Stagnations- bzw. Rezessionsphase.

Der vollständige Quartalsbericht kann unter hier (PDF) kostenlos heruntergeladen werden. Die nächste Ausgabe erscheint Anfang Mai 2009.

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